Persönlich
Neujoor in Neujork

New York ist die «Stadt die niemals schläft». Hier ist immer etwas los; Konzerte, so viele das Herz begehrt. Ausser genau in den zwei Wochen, in welchen unser Autor dort seine Silvester-Ferien verbringt.

Stefan Strittmatter
Stefan Strittmatter
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Es gibt viele Gründe, sich New York von Nahem anzusehen. Sei es, um zu überprüfen, ob Manhattan wirklich so grell, die Bronx wirklich so düster und Brooklyn wirklich so durchmischt ist, wie einem in gefühlt neun von zehn Kinofilmen weisgemacht wird.

Sei es, um mit Hunderten anderer Schaulustigen etwas ratlos dort zu stehen, wo einst zwei Türme standen. Sei es, um ab der Kleinwüchsigkeit der Freiheitsstatue zu staunen. Sei es, um nur das Beste des Besten zu essen (kaum ein Imbiss, der nicht mit dem «best bagel in the USA» oder der «world’s best pizza» wirbt).

Ich hatte zudem drei weitere Gründe, um den Jahreswechsel in der «Stadt die niemals schläft» zu verbringen. 1) Ein mir sehr wichtiger Mensch war gerade da, 2) «Neujoor in Neujork» ist ein auffälliger Glossen-Titel, 3) Nach der Corona bedingten Kultur-Pause wollte ich endlich wieder mal ganz viele Konzerte sehen und hören.

Ein einziges Konzert in 15 Tagen

Jetzt, wo das Jetlag abgeklungen ist und sich der Magen beruhigt hat (nur das Beste bekommt mir nicht), kann ich sagen: Punkt 1 und 2 haben sich gelohnt. Aber 3? Wie viele Konzerte habe ich in den 15 Tagen gesehen? Ein einziges! Alles andere: spontan abgesagt wegen der Pandemie.

Kurz: So kulturarm war mein Leben nicht mal im tiefsten Basler Lockdown. Wie sang Frank Sinatra in seiner Hymne auf diese Stadt? «Wenn Du’s hier schaffst, schaffst Du es überall». Ich möchte ergänzen: «Wenn Dich der Kultur-Lockdown schafft, dann schafft er Dich überall.»

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