Antikenmuseum

Peter Blome feiert seinen Abschied vom Basler Antikenmuseum

Grosser Bahnhof für Peter Blome, Direktor des Antikenmuseums.

Grosser Bahnhof für Peter Blome, Direktor des Antikenmuseums.

Peter Blome wird pensioniert. Die Abschiedsfeier für den langjährigen Direktor des Antikenmuseums gestaltete sich am Mittwochabend wohlwollend und wortgewaltig. Als Geschenk wurde dem passionierten Jäger eine Wildschweintrophäe überreicht.

Man hatte sich zum Abschied versammelt. Ein illustres Völkchen, das sich kennt, das aber vor allem ihn kennt: Peter Blome, den umtriebigen Direktor des Antikenmuseums, das er fast 20 Jahre lang geleitet hat.

Stadtpräsident Guy Morin, faktisch oberster Chef der Museen, lobte Blome vor allem für seine Fähigkeiten als Netzwerker und Fundraiser. Er sei ein Vorreiter in der Generierung von Drittmitteln gewesen, habe das Museum für ein breites Publikum geöffnet und mit der Ausstellung Tutenchamun sein Meisterstück abgeliefert. «Welch ein Zweigestirn über Jahrtausendschwellen hinweg», schwärmte Morin. Ähnlich verzückt lobte Barbara Begelbacher, Präsidentin der Kommission für das Antikenmuseum, Blome als «wahren Volkstribun». Sie merkte an, dass Blome 1993 kaum zum Direktor gewählt worden wäre, hätte er seine Pläne schon damals offen auf den Tisch gelegt.

Horizonterweiterung

Mit Unnachgiebigkeit habe Blome den geografischen Rahmen der Ausstellung erweitert und für seine ehrgeizigen Projekte und Ankäufe immer wieder Sponsoren und Mäzene gefunden. Blome dehnte die Sammlung auf den gesamten Mittelmeerraum aus und liess noch vor der Tutenchamun-Ausstellung einen neuen unterirdischen Ausstellungsraum bauen, der ganz Ägypten gewidmet ist. Als «Standortfaktor» schliesslich pries Christian Meyer, Direktor des Naturhistorischen Museums und Vorsteher der Museumsdirektorenkonferenz, den scheidenden Blome.

Eine Mischung aus Bewunderung und einzelnen Seitenhieben prägte die ganze Veranstaltung, und entsprechend enthüllte Meyer als Abschiedsgeschenk eine Wildschweintrophäe für den passionierten Jäger.

Dann argumentierte Blome ein letztes Mal für die Selbstständigkeit der Museen, geisselte das Kulturleitbild von 2010 «als Albtraum» und lobte den Neuentwurf von 2012. Trotzdem mahnte er, das Präsidialdepartement solle sich massvoller Direktiven bedienen, denn seit sie nicht mehr beim Erziehungsdepartement untergebracht seien, «sind wir zur Hauptvisitenkarte geworden».

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