Wie ihn diese Diagnose traf, beschreibt er in der jüngsten Ausgabe von «aspect», der Zeitschrift der Krebsforschung Schweiz. Es war im Juli 2009, als ihm sein Arzt eröffnete: «Du hast ein Karzinom im Bauchbereich.» Diese Worte trafen ihn: «In dem Moment hat es mir wirklich den Boden unter den Füssen weggezogen – von einer Sekunde auf die andere änderte sich alles, wirklich alles», sagt er in dem Bericht. Sein ganzes Leben war infrage gestellt.

Das Risiko bestehe in einem solchen Moment, das war Malama klar, «dass man in ein ganz grosses Loch fällt». Der Politiker hatte Glück, dass er von Ärzten, Freunden und Familienangehörigen umgeben war, die ihm Hoffnung gaben. So sagte seine Frau voller Zuversicht, dass es bestimmt weitergehen werde. Seine Frau und die drei Kinder hätten ihm erst die Kraft gegeben, daran zu glauben, dass es weitergehe, betont der Basler.

Familie mit Krankheit konfrontiert

Die Therapien gegen die seltene Krebsart waren das eine. Das Umgehen mit dieser Krankheit als bekannter Mann der Öffentlichkeit das andere. «Mein erstes Problem war, dass ich mit dieser Krankheit und vor allem als öffentliche Person unter Beobachtung stehe und dass meine Kinder und meine Frau damit konfrontiert werden könnten», sagt der Politiker zu «aspect». Die Krankheit des Vaters sollte nicht zum Tuschelthema im Schulhof werden. Deshalb machte er seine Krankheit publik.

Im Nachhinein erwies sich dieser Schritt an die Öffentlichkeit als richtig. «Es hat den Gerüchten die Spitze genommen.» Nach sechs Wochen Auszeit trat Malama im Herbst 2009 erstmals wieder öffentlich auf. Die Welt hatte sich aber für ihn geändert: «Man muss sein Leben – beruflich und privat in neue Bahnen lenken und mit seinen verfügbaren Kräften haushälterisch umgehen», sagt er. Er müsse heute nicht mehr überall präsent sein. An Veranstaltungen zum Beispiel gehe er bereits um 22 Uhr – und niemand störe sich daran.

Frage nach der Endlichkeit des Lebens

In ärztlicher Behandlungist der Politiker auch drei Jahre nach der Diagnose immer noch. «Mit der Diagnose Krebs stellt sich unweigerlich die Frage nach der Endlichkeit des Lebens», sagt Malama. Diese Frage stelle sich für ihn aber nicht in dem Sinne, dass es morgen vorbei sein könnte. Ein Jahr nach der Diagnose glaubte er, eine allfällige Wahl in den Bundesrat bewältigen zu können. Die Therapie hatte angeschlagen – er trainierte für den nächsten Marathon.

Im Mai dieses Jahres musste sich Malama einer stationären Nachbehandlung unterziehen. Rund einen Monat nahm er keine öffentlichen Termine wahr. Derzeit arbeitet er als Rekonvaleszenter in einem vorläufig reduzierten Umfang in Politik und Gewerbeverband.

Im Bericht der Zeitschrift «aspect» appelliert Malama, die Krebsliga zu unterstützen und von ihren Dienstleistungen zu profitieren: «Krebs kann jede und jeden treffen.»