Rhein

Petri heil! Plötzlich mehr Fische im Basler Rhein – dank den neuen Steinstränden

Speisefische wie der Zander beissen bei den Basler Fischern wieder häufiger an.

Speisefische wie der Zander beissen bei den Basler Fischern wieder häufiger an.

Die Fische finden zurück in den Rhein. Dank der Revitalisierung ziehen die Fischenden vermehrt Zander, Egli und Hechte aus dem Wasser.

Richard Stammherr, Präsident der Basler Galgenfischer, blickt stolz auf den Rhein, der in sonniger Hitze ungestört und friedlich vor sich hinfliesst. Zufrieden erzählt er von dem gesunden Fischbestand des Basler Rheins: «Seit fünf Jahren haben wir einen Zuwachs vor allem an Zander.

Nicht nur die Galgenfischerei bemerkt dies, auch die Routenfischer fangen immer mehr.» Der Hecht- und Eglibestand hat in letzter Zeit ebenfalls stark zugenommen. Auch seien die einzelnen Exemplare breiter und grösser als noch vor wenigen Jahren.

Chemie und Grundel sind Feinde der Speisefische

Die Basler Fischerinnen und Fischer hoffen weiter auf die anhaltende Zeitwende, denn jahrzehntelang nahm der Fischbestand ab. Im verschmutzten Rheinwasser der 60er- bis 80er-Jahre gingen viele Speisefische zugrunde. Doch nicht nur die Chemie war die Feindin der Speisefische im Rhein.

Stammherr erinnert sich an die Zeiten, in denen die invasive Schwarzmeergrundel als eine nichtberechenbare Gefahr eingestuft wurde, weil sie die Laiche von einheimischen Fischen raubte und diese verdrängte. Paul Svoboda, Leiter der Abteilung Gewässerschutz des Kantons Basel-Stadt, berichtet zwar, dass die Grundel noch immer sehr verbreitet sei und weiterhin den heimischen Fischbestand reduziere.

Der Lachs wird im Rhein weiterhin vermisst

Stammherr sieht die Grundel jedoch nicht nur als Laichenräuberin: «Klar, durch die Grundel haben wir immer weniger Forellen und Äschen, dafür dient sie als Nahrung für unsere Hechte und Nasen. Sie hat also durchaus positive Einflüsse auf die Fische im Rhein.» Der Vizepräsident des städtischen Fischereiverbands, Mario Zerbini, freut sich ebenfalls über den Zuwachs an gesunden Fischen im Rhein.

Ganz zufrieden ist er aber noch nicht: Er hofft, dass dereinst auch der Lachs wieder durch den Rhein schwimmt. «Den Letzten hatte man in den 50er-Jahren an der Angel. Ich hoffe sehr, dass ich seine Rückkehr noch miterleben werde», sagt er.

Revitalisierungsarbeit des Kantons verbessert Fänge

Die Fischenden wollen nichts unversucht lassen, um den edlen Speisefisch wieder in die Region zu holen. Doch die jüngst aufgeworfene Idee, den Lachs mit dem Lastwagen über die Grenze und so in Schweizer Gewässer zu transportieren, sei von allen Fischenden der Region abgelehnt worden, so Zerbini. Die Rückkehr des Lachses würde nicht mit ökologischen Verhältnissen zusammenhängen, was jedoch nicht ausschliesse, dass Zerbini eine nachhaltige Entwicklung des Rheins unterstütze.

Unabhängig des Erfolgs der Wiederansiedlung des Lachses ziehen die Fischenden ein positives Fazit aus der Revitalisierung des Rheinufers, die 2017 realisiert wurde. Das Rheinbord war vor allem aufgrund der Schiffe neu gestaltet worden, für die man eine Schifffahrtsrinne aushob. Den positiven Seiteneffekt bekamen die Fischenden zu spüren. Durch die Aushebung konnte eine Naturschutzzone mit flachem Wasser entstehen, die das Tiefbauamt mit kleinen Inseln, Weiden und Dämmen ausbaute.

Stammherr freut sich nicht nur über den Zuwachs an gutem Speisefisch: «Meine Freunde berichten mir, dass man in dieser Zone auch mehr Kleinfische fangen kann als früher.» Denn: «Durch die Änderung der Strömung des Rheins gelangt mehr Sauerstoff ins Hinterwasser. Die Wasserqualität hat sich verbessert und kleine Fische können sich besser einnisten», so Stammherr. Allgemein sei der Versuch, zu naturnahen Verhältnissen zurückzukehren, etwas Gutes.

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