Clubszene

Pfefferspray-Attacken vernebeln die gute Laune in Basler Clubs

Mit einem Pfefferspray griff ein Besucher die Gäste im Club Das Schiff an – die Party konnte nach einer kurzen Pause fortgesetzt werden.  bz-Archiv

Mit einem Pfefferspray griff ein Besucher die Gäste im Club Das Schiff an – die Party konnte nach einer kurzen Pause fortgesetzt werden. bz-Archiv

Störenfriede attackierten am Pfingstwochenende im Nordstern und Das Schiff die Partygäste. Verletzte gab es keine. Doch: Für die Behörden sind solche Geschichten nicht ganz Neuland.

Im verlängerten Pfingstwochenende liessen es sich viele Nachtschwärmer in Basel nicht nehmen, auch in der Nacht vom Sonntag auf Pfingstmontag zu feiern. Die Clubs hatten ihr Angebot für die Extra-Nacht entsprechend angepasst. Während meist gute Laune herrschte, wurde das fröhliche Feiern in zwei Clubs im Norden Basels von Pfefferspray-Attacken durch Gäste überschattet, die sich als Spassverderber outeten.

Lausbubenstreich eines Gastes

Der Club Das Schiff brachte Elektroklänge aus Deutschland mit Extrawelt aus Hamburg. Los ging es dort bereits am frühen Abend auf dem Deck mit Musik, Drinks und einem Grillstand, bevor sich spät in der Nacht die Szene mehr und mehr auf die Tanzflächen ins Innere des Schiffs an der Wiesemündung in Kleinhüningen verlagerte. Die Stimmung zu den Beats war ausgelassen, der Dancefloor gepackt mit Leuten, die Besucher elektrisiert in ihrem Element und allmählich machte sich – «Fümoar» sei Dank – auch der Rauchdunst breit und breiter. Plötzlich machten sich um etwa 3 Uhr morgens andere Gase breit – und viel Husten. Ein Gast attackierte die tanzwütige Meute mit Pfefferspray. Weil sich die Menge in Grenzen hielt und die Verbreitung andauerte, kam es glücklicherweise nicht zur Panik bei den rund 800 Gästen. Schritt für Schritt leerte sich der grosse Saal, als die Besucher ans Deck in die frische Luft liefen.

«Ich würde es als Lausbubenstreich betiteln», kommentiert der Einsatzleiter des Sicherheitsdiensts den Vorfall. «Es war eine kleine Dosis Pfefferspray, um die Leute zu erschrecken. Nach einigen Minuten konnten die Leute wieder rein. Richtig stören konnten sie den Anlass zum Glück nicht.»

Gäste mussten Club verlassen

Szenenwechsel. Auch auf der anderen Uferseite, rund 1,5 Kilometer Luftlinie rheinaufwärts, wird im Nordstern gefeiert, bis es auch hier um etwa 4 Uhr ungemütlich wurde. Auch hier mussten Gäste wegen eines Reizgases die Räumlichkeiten verlassen. Dazu wurde die Polizei wegen der Meldung einer Massenschlägerei angerufen.

«Auslöser war eine Gruppe, der den Einlass verweigert wurde und die gegenüber unseren Leuten aggressiv wurde», sagt Gregory Brunold vom Nordstern. «Als man die Tore schliessen wollte, sprayte einer das Reizgas in den Eingangsbereich, von wo das Gas über die Lüftung in den Innenraum gelangte.» Laut Markus Melzl von der Basler Staatsanwaltschaft hatte sich die Lage wieder beruhigt, als die Polizei ausrückte. Zu einer Strafanzeige war es nicht gekommen. Weil einer der Übeltäter erkannt wurde, wird sich Nordstern allfällige rechtliche Schritte überlegen.

Für Melzl sind solche Geschichten nicht ganz Neuland. 2008 gab es im Dreispitz in der damaligen Krypta-Bar einen ähnlichen Zwischenfall. «Der Bruder eines rausgeschmissenen Gastes rächte sich, indem er Pfefferspray im Raum abliess. Er konnte jedoch gefasst werden», sagt Melzl.

Brunold kann sich auch an Attacken im damaligen Presswerk in Münchenstein erinnern. «Offenbar wollte jemand jemanden schädigen», glaubt er. An einen Konkurrenzkampf mit derartigen Mitteln in der Nachtlokalszene glaubt Melzl jedoch nicht. «Dies ist uns eher aus dem Rotlichtmilieu bekannt», sagt Melzl.

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