Saturday Morning Physics
Physik zum Frühstück – Was Quantencomputer mit Glace verbindet

Mit Spektakel und Theorie will das Departement für Physik der Uni Basel Schüler für die Wissenschaft begeistern.

Pascale Hofmeier
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Ein Publikumsmagnet der letzten Veranstaltung 2014: Und es ward unter dem Dampf ein Topf Erdbeerglace – produziert mit flüssigem Stickstoff. ZVG

Ein Publikumsmagnet der letzten Veranstaltung 2014: Und es ward unter dem Dampf ein Topf Erdbeerglace – produziert mit flüssigem Stickstoff. ZVG

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Warum explodiert eine Supernova? Sind Quantencomputer die Superrechner der Zukunft? Und wie stellt man mit flüssigem Stickstoff Erdbeerglace her? Den grundsätzlichen und eher unterhaltsamen Fragen der Physik widmet sich die Veranstaltungsreihe «Saturday Morning Physics» an zwei Samstagen Ende Januar und anfangs Februar. Organisiert wird sie vom Departement für Physik der Universität Basel. «Wir wollen einen Eindruck vermitteln, welche Forschung in der Physik aktuell ist und die Lust am Experimentieren fördern», sagt Ernst Meyer, Ordinarius für Experimentelle Physik.

Weil nur Theorie wohl niemanden am Samstagmorgen aus dem Bett locken würde, werden Schülergruppen des Schülerforschungsnetzes Phaenovum in Lörrach Experimente mit mehr oder weniger Knall und Spektakel vorführen. Platz hat es im grossen Hörsaal für 400 Personen – angemeldet haben sich bisher rund 300. Darunter sind ganze Familien und Grossväter mit ihren Enkeln. Für Meyer ist die Samstagmorgen-Physik ein Schaufenster: «Uns ist wichtig, dass die Leute merken, dass Physiker nicht einfach todernste Menschen sind. Wir sind eigentlich privilegiert und dürfen machen, was uns Spass macht.» Die Freude am Fach wollen die Physiker insbesondere Schülerinnen und Schülern weitergeben – in der Hoffnung, dass sich diese für ein Physik-Studium entscheiden. In einigen Fällen habe dies schon funktioniert: «Wir haben einige, die im Rahmen der Veranstaltung erstmals das Institut betreten haben und nun Physik studieren», sagt Meyer. Er räumt ein, dass das Studium «nicht einfach» sei, aber gute Berufsaussichten bestehen, zum Beispiel in der Maschinenbau-Industrie und im Bereich Nanotechnologie.

Übrigens: Die Idee, wissenschaftliche Experimente als unterhaltsames Spektakel zu inszenieren, hatten englische Universitäten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zum Beispiel veranstaltete der Naturforscher und Experimentalphysiker Michael Faraday – genau, das ist der mit dem Elektromagnetismus und dem Faradayschen Käfig – eine Reihe von Vorlesungen, deren Inhalte teilweise sogar als Bücher niedergeschrieben wurden.

Saturday Morning Phyiscs: 31. Januar und 7. Februar. Anmeldung bis zum 27. 1. unter www.physik.unibas.ch/smp2015