Zugegeben: Eine männerlastige Seite, wäre da nicht die «jeune femme en chemise» von Pablo Picasso. Doch wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen, ins kommende Kulturjahr, dann ist es eine Tatsache, dass bislang vorwiegend grosse Gastspiele von Männern in Basel bekannt sind.

Zum Beispiel jenes von T.C. Boyle, Das Literaturhaus begrüsst den US-amerikanischen Bestseller-Autor am 11. Februar im Kunstmuseum, wo er seinen neuen Roman «Das Licht» vorstellt. Garantiert ein greller Trip, handelt das Buch doch vom Harvard-Professor und LSD-Guru Timothy Leary.

Mit dem Bewusstsein spielt im Frühjahr auch eine Sonderschau am gleichen Ort: «Kosmos Kubismus» bringt ab dem 30. März kubistische Meisterwerke von Picasso über Braque bis Léger ins Kunstmuseum.

Apropos Picasso: Ihm widmet die Fondation Beyeler ab 3. Februar eine Einzelausstellung, die den Gemälden und Skulpturen aus der Blauen und Rosa Periode gewidmet sind.

Zu reden gibt sicher auch eine Ausstellung im Museum der Kulturen, die am 22. März eröffnet wird: In «Wissensdrang trifft Sammelwut» stellt das Museum Fragen zum Umgang mit sensiblen Objekten. Dabei werden auch Exponate aus Elfenbein gezeigt.

Einen Schatz von einer Ausstellung verspricht das Historische Museum, das ab Oktober anlässlich des Münster-Jubiläums «Gold & Ruhm – Geschenke für die Ewigkeit» präsentiert.

Seit ewig ein ganz grosser Komiker ist John Cleese. Er wirft sich mit seinen 1.96 Metern auf die Bühne des Musical Theaters. Der 79-jährige Brite (Monty Python, Fawlty Towers) präsentiert am 5. September sein Programm «Last Time Before I Die». Ein Grund für sein Bühnencomeback liegt übrigens in den hohen Unterhaltskosten, die er berappen muss. Als ihn der amerikanische TV-Talker Conan O’Brien auf seine drei Ex-Frauen ansprach, sagte Cleese: «Eine ist gestorben. Leider die falsche.» Auf seinen rabenschwarzen Humor darf man sich heute schon freuen.

Noch älter als Cleese und nicht minder kultig ist Emil Steinberger. Wenn Sie ihn heute fragen: Vous-de-vous-de-vous-de-vous venez-vous? Dann würde er antworten: de Bâle. Denn seit vier Jahren ist Emil gemäss eigenen Worten ein «Basler aus Leidenschaft». Was liegt also näher, als sein neues Programm in Form eines Heimspiels auf die Bühne zu bringen? Nach Ostern ist er zwei Monate lang Dauergast im Theater Fauteuil. Motto: «Alles Emil, oder?!».

Wer nicht so lange warten mag bis es endlich wieder was zu lachen gibt: Am 29. Januar gastiert Helge Schneider im Musical Theater.

Womit wir auch bei der Musik, bei den Konzerten angelangt wären. Wer hat sich nicht schon alles angekündigt: Der Star-Tenor Jonas Kaufmann legt auf Tour mit dem Sinfonieorchester Basel am 16. Januar einen Halt in Dornach ein, wo er im Goetheanum Gustav Mahlers «Lied von der Erde» singen wird. Drei Tage später gibt sich ein weiterer Star-Tenor die Ehre: Andrea Bocelli tritt in der St. Jakobshalle auf, begleitet von einem Sinfonieorchester, einem Chor und Gastkünstlern.

Gleichenorts treten im Frühling auch Mumford & Sons auf: Die britische Band hat den Folkrock wieder stadiontauglich gemacht und gibt am 5. Mai ihr einziges Schweizer Konzert. «I Will Wait» singen da ihre Fans jetzt schon voller Vorfreude.

Und, falls Sie dieser Tage Ihre Sommerferien planen, sollten Sie wissen, dass für Juli namhafte Musiker angekündigt sind: In Lörrach und Arlesheim lockt das «Stimmen»-Festival mit Konzerten von Jan Delay, Morcheeba oder – klingt kurios – dem Hollywood-Star Kiefer Sutherland. Und in Augusta Raurica werden progressive Rocker wie Pink Floyds Nick Mason und King Crimson erwartet.

Wer jetzt findet: All diese Grossanlässe, welch ein Theater! Nun, der sei noch darauf hingewiesen, dass Simon Stones’ Inszenierung «Hotel Strindberg» am 16. Januar Premiere am Theater Basel feiert. Die Kooperation mit der Wiener Burg ist bereits preisgekrönt. Sie wurde mit dem Theaterpreis Nestroy ausgezeichnet.