Die Verhandlungen dauerten viel länger als gedacht. Gestern Samstag wurde der Vertrag zwischen den Schweizerischen Rheinhäfen und der Basler Art-Begleitmesse Scope doch noch unterschrieben: Die Kunstmesse erhält für drei Jahre jeweils im Juni Gastrecht auf dem ehemaligen Migrol-Areal an der Uferstrasse im Klybeck, wie Scope-Sprecher Patrick Tschan auf Anfrage des «Sonntags» bestätigt.

Auf ihrer Odyssee von einem Basler Standort zum nächsten kehrt die Scope damit an einen Ursprungsort zurück: Auf der benachbarten Parzelle, dem Ex-Esso-Areal, wurde sie früher durchgeführt. Später wechselte sie auf den Landhof, den sie wegen Anwohnerprotest verlassen musste. Auch auf dem Kasernenareal war die Messe, die sich auf ein internationales Kunstpublikum ausrichtet, von Teilen des Quartiers unerwünscht. Die Basler Regierung verlängerte vor einem Jahr den Vertrag nicht – auch als Zugeständnis an die gegen das Tattoo protestierenden Kaserne-Anwohner. Die Scope-Verantwortlichen waren ausser sich. Von einem «harten Schlag ins Gesicht des Kunstplatzes Basel» sprach Tschan. Die Messe werde auseinandergerissen, kritisierte er.

Als idealen Ersatzstandort bezeichnete der Scope-Sprecher damals den Dreispitz, da dort bereits die profiliertere Art-Begleitmesse Volta durchgeführt wird. Mit der Umnutzung des Dreispitzareals ist aber auch die Zukunft der Volta offen. Sicher ist nur, dass die Volta dieses Jahr im Juni noch in der Dreispitzhalle stattfindet. «Für 2014 werden wir noch im Detail mit der Christoph-Merian-Stiftung diskutieren», sagt Volta-Managerin Kerstin Herd. Tschan hofft nun, dass seine Scope die Konkurrenz in den Hafen holen kann, um hier einen neuen Messeschwerpunkt aufzubauen. Denn es wird nicht einfach, die Art-Gäste auf dieses umgenutzte Industrieareal zu locken.

Das Ex-Migrol-Areal ist die grösste Parzelle, die im Rahmen der Umnutzung des Basler Hafens vom Industrie- zum Wohngebiet für Zwischennutzungen frei wird. Nebenan auf dem Ex-Esso-Areal sind kulturelle Projekte geplant, die allerdings kaum vorankommen, wie die «bz Basel» am Donnerstag berichtete. Die Verträge mit den neuen Nutzern sind immer noch nicht unterzeichnet. Noch ungewisser ist, was neben der Scope auf dem Ex-Migrol-Areal stattfinden wird. Für Sommer 2012 haben die Rheinhäfen eine Ausschreibung für Zwischennutzungsprojekte angekündet. Passiert ist nichts. «Ich habe den Eindruck, dass die Rheinhäfen vom Kanton in eine Rolle gedrängt wurden, die sie gar nicht wollen», sagt Fabian Müller, Sprecher der Trägerschaft der Zwischennutzungsprojekte, zum «Sonntag». Kulturelle Projekte zählten schliesslich nicht zum Kerngeschäft der Hafenverwaltung. Dass immerhin die Scope eine Zusage erhielt, begrüsst er, da damit andere Angebote querfinanziert werden könnten.