Basel Tourismus
Polen, Australier, Türken und Brasilianer sollen ans Rheinknie reisen

Polen, Australien, die Türkei und Brasilien. Basel Tourismus hat grosse Pläne für das Jahr 2014. Landsleute dieser vier Nationen sollen nämlich künftig einen Flug nach Basel buchen.

Muriel Mercier und Hans-Martin Jermann
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Geht es nach Basel Tourismus, sollen ausländische Gäste aus Polen, der Türkei, aber auch aus Brasilien vermehrt nach Basel fliegen.

Geht es nach Basel Tourismus, sollen ausländische Gäste aus Polen, der Türkei, aber auch aus Brasilien vermehrt nach Basel fliegen.

Keystone

Daniel Egloff und Christoph Bosshardt, der Direktor und Vize-Direktor von Basel Tourismus, führten gestern am Medienlunch aus, wie sie Basel im kommenden Jahr in diesen vier Märkten anpreisen wollen.

Die Türkei habe man schon länger im Visier, erklärt Bosshardt. Grund sind die Zahlen, die das Interesse bei den Türken an Basel beweisen. Die Anzahl Logiernächte türkischer Gäste sind in den letzten Jahren stark gestiegen: Zwischen 2007 und 2012 gar um 100 Prozent, rechnet Bosshardt vor. «Sieben Prozent aller türkischen Touristen in der Schweiz übernachten in Basel.»

Hinzu kommt, dass die Flugverbindungen aus der Türkei nach Basel mittlerweile sehr gut sind. «Wir planen für nächstes Jahr nun eine Verkaufsreise zusammen mit Vertretern von Schweiz Tourismus nach Ankara und Istanbul. Dort führen wir unter anderem Gespräche mit Reiseunternehmern.» Bei dem Vorhaben, Basel der Türkei schmackhaft zu machen, handle es sich aber zunächst um einen Versuchsballon.

In Polen nimmt Reisefreudigkeit zu

Weniger die Anzahl Logiernächte als das starke Wirtschaftswachstum und das Heranwachsen einer neuen Mittelschicht machen Polen zu einem interessanten Markt für Basel. Die Mittelschicht interessiere sich verstärkt für Städtereisen, sagt Bosshardt. Basel könnte sich für die Polen als klassische Wochenend-Destination mit Kultur, gutem Essen und Shopping positionieren. Und im Fall von Australien geht es Basel Tourismus darum, die Stadt auf die Landkarte als Zwischenstopp von Australiern auf Europareise zu setzen.

Die grösste Herausforderung stellt wohl Brasilien dar. Einerseits handelt es sich bei dem südamerikanischen Staat um einen aufstrebenden wirtschaftlichen Markt, der sich weiterentwickelt. «In diesem bevölkerungsreichen Land wollen immer mehr Menschen reisen», betont Bosshardt. Allerdings müsse Basel kämpfen, um dort als Reisedestination richtig wahrgenommen zu werden. Die Schweizer Städte Zürich, Interlaken und auch Bern seien bei den Brasilianern bekannter als Basel.

Rückzug aus den Golfstaaten

Noch im vergangenen Juli erzählte Tourismus-Direktor Daniel Egloff, man möchte den Golfstaaten und Südostasien die Stadt am Rheinknie schmackhaft machen. Von diesem Vorhaben ist man nun aber ein Stück weit abgerückt. Bosshardt erklärt: «Für die Leute aus den Golfstaaten gibt es mit dem Hotel Les Trois Rois praktisch nur ein Produkt, das sie interessiert. Und das Hotel ist in diesen Ländern selber aktiv mit Werbung.»

Egloff wagt zum Schluss in Sachen Logiernächte einen Ausblick auf das 2014 - und prognostiziert ein gutes Jahr. Er geht von einem Wachstum zwischen 2 und 2,5 Prozent aus. Dieser Wert würde über dem Schweizer Durchschnitt liegen. Dies wegen zweier grosser Kongresse, der OSZE-Ministerkonferenz sowie der Neu- und Wiedereröffnung des Hotels Europe und dem Hotel auf dem Grosspeter-Areal, das voraussichtlich im kommenden Herbst eröffnet wird.

Grosser Rat genehmigt Subvention

Gute Neuigkeiten für Basel Tourismus erreichten Egloff gestern zudem aus der Politik. Der Grosse Rat stimmte den Subventionsbeiträgen an die Basler Tourismusförderer ohne Widerstand zu. Bis 2017 erhält Basel Tourismus vom Staat 1,9 Millionen Franken. Total sind es für die vier Jahre also 7,6 Millionen.