Hooligan-Konkordat
Politiker finden Hooligan-Konkordat zu einschneidend und nicht realisierbar

Die Basler Politiker sehen dem Hooligan-Konkordat sehr skeptisch entgegen, obwohl sie einige Punkte befürworten würden. Doch im Grossen und Ganzen sei das Hooligan-Konkordat einen Schlag ins Wasser und nicht realisierbar.

Pascale Hofmeier
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Ab nächster Saison soll der Alkoholkonsum bei Risikospielen im Fussball und Eishockey verboten sein. Auch die Anreise der Fans soll mit einem Kombiticket geregelt werden, sodass die Fans der gegnerischen Clubs möglichst nicht aufeinander treffen. Die Eingangskontrollen sollen ebenfalls verschärft werden. Basler Politiker halten nicht viel von dem Hooligan-Konkordat, obwohl sie einige Punkte befürworten.

Alkoholverbot verlagert den Konsum vor die Stadien

Markus Lehmann, CVP-Nationalrat von Basel-Stadt findet diese Empfehlungen einen Schlag ins Wasser. Denn sie verhindere weder Ausschreitungen, noch den Alkoholkonsum. «Wer trinken will und dies im Stadion nicht darf, der trinkt sein Bier draussen und kommt knapper zum Spiel. Das führt höchstens dazu, dass vor den Drehkreuzen gefährlich wird, weil die Zeit knapp wird und die Matchbesucher nervös werden», sagt er auf Anfrage. Im Übrigen habe nie jemand untersucht, ob bei Ausschreitungen tatsächlich viele alkoholisiert gewesen waren.

Auch Thomas Gander, Fanarbeiter und frisch gewählter SP-Grossrat ist überzeugt davon, dass ein Alkoholverbot nur den Konsum vor die Stadien verlagern würde.

Kombiticket ist nicht realisierbar

Thomas Gander findet auch das Kombiticket einschneidend. «Die Auflagen, die die nationale Gruppe entwickelt hat, werden bei den Fans nicht auf Akzeptanz stossen und das typische Katz- und Mausspiel mit Ausweichmanövern anheizen», ist für ihn eine logische Folgerung.

«Die Kombitickets sind ein grosser Eingriff in die persönliche Freiheit und sie sind nicht realisierbar: Wenn ich als Fan im Wallis in den Ferien bin und in Sion zum Auswärtsspiel will, müsste ich dann ja nach Basel fahren um von dort zum Spiel zu gehen», sagt auch Markus Lehmann klar.

Claude Janiak, Baselbieter SP-Ständerat spricht bei der Einführung des Kombitickets von einer Radikalisierung und fragt sich ob die Fanzüge überhaupt durchsetzbar seien. Er ist selber seit 50 Jahren ein FCB-Fan. «Wenn ich als älterer Fan nach Zürich an einen Match gehe, möchte ich das Transportmittel selber wählen und sicher nicht im Fanzug mitfahren müssen», sagt er dazu.

Schärfere Eingangskontrollen helfen

Anders sehen sie es bei den Eingangskontrollen. «Es ist richtig, gewaltbereite Personen aus der Anonymität zu holen. Allerdings müssen die Daten nach den Spielen wieder gelöscht werden», sagt Claude Janiak. Auch Markus Lehmann stimmt den Zutrittskontrollen zu. Trotzdem ist er überzeugt davon, dass das Konkordat im Grossen Rat wahrscheinlich keine Chance haben werde, es werde von Links bis Rechts grösstenteils abgelehnt.