Basler Schüler werden neu in «politischer Bildung» unterrichtet. Erfüllt wird damit eine Forderung der Jungfreisinnigen des Stadtkantons, die ihre Initiative "JA zu einem Fach Politik" deshalb zurückgezogen haben.

"Politische Bildung" werde neu analog zu "Medien und Informatik" in die Stundentafel aufgenommen, teilten das Erziehungsdepartement Basel-Stadt (ED) und die Jungfreisinnigen (JFBS) am Freitag in einem gemeinsamen Communiqué mit. Mit dem Unterricht wird demnach im nächsten Schuljahr begonnen.

Verbindliche Lektionenzahl

Wie von den JFBS gefordert, wird zur Stärkung der politischen Bildung eine verbindliche Lektionenzahl garantiert. Gemäss der Mitteilung wird Politik im 10. und 11. Schuljahr je eine halbe Lektion pro Woche unterrichtet - integriert in das Fach Deutsch und in den Fachbereich Räume, Zeiten, Gesellschaften.

Diese Lösung komme inhaltlich der Initiative sehr nahe, heisst es in der Mitteilung. Nachdem am Montag auch der Erziehungsrat seine Zustimmung erteilt hatte, zogen die JFBS ihr Volksbegehren zurück.

Regierung war dagegen

Ihre Initiative hatten die JFBS im Juni 2017 mit 3120 Unterschriften eingereicht. Sie argumentierten, dass im Lehrplan 21 die Chance für ein Fach Politik verpasst worden sei. Mit einem solchen Fach sollte ein gewisses politisches Basiswissens sichergestellt werden.

Die Regierung sprach sich im April 2018 jedoch gegen die Initiative aus. Ein Fach Politik stünde im Widerspruch zum interkantonal getragenen Anliegen, gesellschaftlich relevante Themen nicht in einzelne, sondern in möglichst viele Fächer und Fachbereiche einzubinden.

Der Grosse Rat dagegen empfahl im vergangenen März die Initiative zur Annahme und hiess auch einen Gegenvorschlag seiner Bildungs- und Kulturkommission gut. Bei der Stichfrage obsiegte die Initiative.

Weil nun nach dem Rückzug der Initiative der Gegenvorschlag in Kraft tritt, wird auch die darin enthaltene Bestimmung umgesetzt, wonach der Lehrplan um den Bereich "Gesellschaft und Politik ergänzt wird.