Basel
Polizei hat Ziegelwerfer vom Dach geholt

Der geistig verwirrte Mann ist nicht mehr auf dem Dach im Basler Gundelingerquartier. Über 48 Stunden hat der Mann die Basler Polizei auf Trab gehalten.

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Der Ziegelwerfer von Basel wurde von Polizei vom Dach geholt
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Der Ziegelwerfer von Basel

Der Ziegelwerfer von Basel wurde von Polizei vom Dach geholt

Keystone

Polizisten haben ihn heute Vormittag um 10.40 Uhr überwältigen können. Sie konnte in eine Ecke auf eine kleine Mauer in Griffnähe locken. Dort kamen sie mit ihm ins Gespräch. Als der Mann die bereitgestellte Wasser-Ration an sich nehmen wollte, schlug die Polizei zu. Ein Polizist griff nach ihm und zog ihn auf einen Balkon herunter. Der Mann blieb unverletzt und wurde anschliessend in Polizei-Gewahrsam genommen. Er wurde drauf mit einem Krankenwagen in eine Klinik gebracht.

Laufend Position gewechselt

Der 31-Jährige positionierte er sich laufend derart, dass ihn die Sicherheitskräfte nicht erreichen konnten. Zudem bewegte er sich immer am Rande der senkrecht abfallenden Mauern, so dass er bei einem Mitteleinsatz unweigerlich in die Tiefe gefallen wäre. Und dabei Ziegel und andere Gegenstände auf die Strasse geworfen.

Sämtliche Versuche, ihn vom Dach zu holen, scheiterten. Weder Angehörigen, Kollegen, Spezialisten der Verhandlungsgruppe der Polizei, Psychologen und andern Fachpersonen gelang es, mit dem Mann in einen Dialog zu treten. Die Polizei war seit Montag mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sie riegelte die Strasse zwischen Dornacherstrasse und Gundeldingerstrasse für den Verkehr ab. Die Tramlinien 15 und 16 der Basler Verkehrsbetriebe wurden umgeleitet und der öffentliche Verkehr aufs Bruderholz mit Bussen sichergestellt.

Dachdeckerlehre begonnen

Vor seiner Tat war der Ziegelwerfer in psychiatrischer Behandlung. Es ist ein Schweizer ohne Migrationshintergrund. Ein Bekannter des Verzweifelten sagt gegenüber der bz, dass der Mann starke Drogenprobleme habe. Vielleicht seien Drogen auch ein Grund für das lange Ausharrungsvermögen auf dem Dach. «Er war ein Problemkind und geht keine normalen Beziehungen zu anderen Menschen ein», sagt der Bekannte. Schon in jungem Alter sei er von zu Hause weggeschickt worden. Vor Jahren machte er eine Indienreise. Daher der Bezug zum Buddhismus. Gestern versuchte ein buddhistischer Mönch, ihn vom Dach zu locken. Der Versuch war vergeblich, wie alle anderen zuvor auch. (rsn/öpf)