Manchmal lösen sich die Probleme von selber: Am Deinstagmorgen wollte die Polizei die von Hausbesetzern bewohnte Liegenschaft am Petersgraben 20 räumen. Das Haus befindet sich im Besitz von Immobilien Basel-Stadt und wurde Ende Mai besetzt.

Als die Polizisten eintrafen, stand das Gebäude aber komplett leer. Nur Transparente wie «Hier ist es schön, hier bleiben wir», hingen aussen an der Fassade. Offenbar war es den Besetzern nicht schön genug: «Die geplante Räumung wurde nicht nötig, da keine Personen angetroffen wurden», schreibt Immobilien Basel-Stadt, welche die kantonalen Immobilien verwaltet.

Heute war Baubeginn

Dass die Polizei nach über drei Monaten an diesem Morgen auffuhr, ist kein Zufall. Das «Haus zum Samson», wie die Liegenschaft auch heisst, ist dringend sanierungsbedürftig. Heute war Baubeginn. Entstehen sollen 20 neue Wohnungen. Barbara Neidhart, Sprecherin von Immobilien Basel-Stadt, sieht keine Gefahr, dass die Besetzer noch mal zurückkommen. «Jetzt sind Bauarbeiter in dem Haus. Im Moment wird das Gerüst aufgebaut.»

Im Gegensatz zu anderen Hausbesetzungen in der Region hat diejenige am Petersgraben 20 wenig Resonanz ausgelöst. Obwohl Immobilien Basel-Stadt Anzeige gegen die Besetzer erstattet hatte, waren diese bis zum Baubeginn geduldet. Zwischenzeitlich war befürchtet worden, dass denkmalpflegerisch wertvolle Kunstwerke, die in dem alten Haus gefunden wurden, von den Besetzern zerstört werden könnten. Passiert ist offenbar nichts. Neidhart merkt lakonisch an: «Offenbar war den Besetzern die Liegenschaft doch nicht so wichtig.»