Rayonverbot
Polizei will an Herbstmesse hart durchgreifen

Die Polizei will an der Herbstmesse stark präsent sein und Schläger wegweisen. Zudem sollen zahlreiche Personenkontrollen stattfinden.

Franz Osswald
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Ab Samstag zieht die Basler Herbstmesse wieder Scharen von Menschen an. Auf der einen Seite bedeutet dies Freude über die wilden Bahnen und das vielfältige Angebot der Stände, womit für jede und jeden etwas dabei sein sollte, das für vergnügliche Stunden sorgen wird. Auf der Schattenseite dieses Grossanlasses sind Pöbeleien, Provokationen, Drohungen und Gewaltanwendungen zu nennen, die jedes Jahr Polizei und Staatsanwaltschaft auf Trab halten.

Hahnenkämpfe unterbinden

Damit es gar nicht so weit kommt, wird die Polizei an den beiden Standorten «Kaserne» und «Messeplatz» präsent sein, wie Pressesprecher Klaus Mannhart erklärte. Besonders am Wochenende wird dies vermehrt der Fall sein. Und weil die Herbstmesse «allerlei Leute» anzieht, wie Mannhart es ausdrückt, werden auch die Personenkontrollen entsprechend zahlreich ausfallen. Ziel sei es, Ansammlungen schnell wahrzunehmen und mögliche Auseinandersetzungen im Keime zu ersticken. «An der Messe werden Rivalitäten zwischen Jugendgruppen ausgetragen, manchmal auch zwischen Baslern und Baselbietern», sagt Mannhart.

Nebst der sichtbaren Polizeipräsenz werden auch Leute der Staatsanwaltschaft an der Messe sein sowie Präventionsspezialisten. «Wir versuchen zu spüren, wann und wo etwas abgehen könnte, damit wir rasch reagieren können, bevor es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommt», erklärt der Jugendanwalt Beat Burckhardt. «Wenn einer Gruppe von Jugendlichen ein Erwachsener folgt, dann wissen diese, dass es sich um ‹keinen Kollegen› handelt.» Die Leute von der «Stawa» kennen ihre «Pappenheimer» – und umgekehrt. So ergäben sich laut Burkhardt auch gute Gespräche mit bekannten Jugendlichen, von denen sie an der Messe angesprochen werden.

Wegweisung anordnen

Doch nicht immer lassen sich Konflikte auf mehr oder weniger elegante Art abwenden oder schlichten. Ist dies der Fall, dann kann die Polizei eine «Wegweisung» anordnen, in der Regel für eine Zeit von 72 Stunden. Dieses Mittel habe sich im letzten Jahr bewährt und sei nun auch vom Grossen Rat abgesegnet, erklärte Klaus Mannhart. Dieses «Rayonverbot» werde von den Betroffenen respektiert. Bei Minderjährigen informiere man zudem die Eltern. Gewaltanwendung könne eine Wegweisung längerer Dauer zur Folge haben, was 2009 sechsmal der Fall war.

Streitereien sind nur ein Teil der Probleme, mit denen es die Polizei an der Messe zu tun hat. Es gibt auch Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz, Taschen- und Trickdiebstähle oder Personen, die sich illegal in Basel aufhalten. Die guten Erfahrungen der vergangenen Jahre lassen Klaus Mannhart aber hoffen, dass die Herbstmesse wieder ruhig über die Bühne gehen wird.