Bike-Patrol
Polizei will Diebe fortan mit dem Velo fangen

36 Basler Stadtpolizisten haben sich ausbilden lassen und sind ab heute mit dem Velo unterwegs.

Leif Simonsen
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Velopolizei
6 Bilder
 Voller Einsatz
 Ob auf dem Velo oder zu Fuss.
 So stellt die Polizei künftig Einbrecher
 Schiesstraining auf dem Velo
 Schüsse in allen Positionen

Velopolizei

bz Basellandschaftliche Zeitung

Ökologisch, ökonomisch, wendig und volksnah: Gerhard Lips, Kommandant der Kantonspolizei Basel-Stadt, verspricht sich einiges von den 36 zumeist jungen Polizistinnen und Polizisten, die künftig auf dem Velo durch Basel patrouillieren. Drei Jahre nach dem Ende von Basels ersten Velopatrouillen wird nun ein neuer Versuch gestartet.

Dass Basel ein geeignetes Pflaster für Patrouillen auf Zweirädern ist, daran zweifelt Lips nicht: «Der Kanton ist sehr flach, was Velofahrern entgegenkommt. Mit den Velopolizisten haben wir nun ein Mittelding zwischen Auto- und Fusspatrouillen.» Lips hat dabei ein Konzept umgesetzt, das er bei seinem früheren Arbeitgeber abgeschaut hat, der Zürcher Stadtpolizei.

Neu wird auch Basels «Bike-Patrol» flexibler sein, denn früher waren die Einsatztage weit im Voraus geplant. Reinhard Hertig, Ressortchef im Polizeiposten Clara, freut sich über die neuen Möglichkeiten: «Falls das Wetter mitspielt oder die Lage es erfordert, kann ich die Angestellten auch mal spät abends auf eine Tour schicken.» Heute steht die «Bike-Patrol» das erste Mal im Einsatz. Jede Polizistin (rund ein Drittel ist weiblich) und jeder Polizist hat zweieinhalb Schulungstage in den Beinen, wo unter anderem Schusswechsel und Verfolgungsszenen geübt wurden.

Für verschiedene Aufgaben gewappnet

Durch die breite Ausbildung will Lips sicherstellen, dass die «Bike-Patrol» für verschiedene Aufgaben gewappnet ist. «Die Velopolizisten werden nicht nur die Verkehrssünder bestrafen, die mit dem Velo unterwegs sind, sondern werden genauso wie die anderen Einheiten alles abdecken», sagt er. Damit die «Bike-Patrol» dafür gewappnet ist, hat die Stadtpolizei 140000 Franken ausgegeben, um die Velofahrer auszurüsten.

Velohelme, atmungsaktive Unterwäsche, Schutzbrillen und ein eigenes Fahrrad wurde für jedes Mitglied der Velopolizei angeschafft. «Weil die Polizisten ein eigenes Velo bekommen, gehen sie automatisch sorgfältiger damit um», glaubt Lips. Meist wird es für die Patrouille nicht darum gehen, sich in Schusswechseln oder Verfolgungsjagden zu behaupten, sondern Präsenz in der Basler Innenstadt sicherzustellen.

Dieser Punkt ist für den an der Medienkonferenz anwesenden Regierungsrat Hanspeter Gass besonders erfreulich, denn er hadert offenkundig mit der «eierlegenden Wollmilchsau», als welche die Polizei bisweilen betrachtet werde. Mit der unformulierten Volksinitiative «für einen sicheren Kanton Basel-Stadt» könnten sich die Basler bald für einen Drittel mehr Polizeipräsenz aussprechen. Gass weiss noch nicht, woher das zusätzliche Personal kommen soll.