Sicherheit
Polizeikorps der beiden Basel wappnen sich gegen die Terrorgefahr

Während die Baselbieter Polizei mit neuen Langwaffen auf die Bedrohungslage reagieren will, plant die städtische Polizei die Anschaffung neuer Munition mit mehr Durchschlagskraft.

Jonas Hoskyn
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Vielen Polizeikorps reicht die Maschinenpistole nicht mehr – sie schaffen sich Sturmgewehre an.

Vielen Polizeikorps reicht die Maschinenpistole nicht mehr – sie schaffen sich Sturmgewehre an.

KEYSTONE

Die Schweizer Polizei rüstet im Kampf gegen Terror auf. Wie die Sendung «10 vor 10» des «SRF» berichtete, haben sich mehrere Korps als Reaktion auf die veränderte Bedrohungslage in den letzten Monaten grösstenteils unbemerkt Sturmgewehre angeschafft. Im Gegensatz zur Dienstpistole oder der Maschinenpistole verfügen diese über eine deutlich grössere Reichweite und mehr Durchschlagskraft. Im Polizeialltag sollen sie allerdings kaum zu sehen sein: Gedacht sind die Sturmgewehre nur für Notfälle, wie etwa bei einem Terroranschlag oder Amoklauf.

Auch die Baselbieter Polizei will nun aufrüsten: «Wir prüfen derzeit die Einführung von leistungsfähigeren Langwaffen», sagt Polizeisprecher Roland Walter. «Ein Typenentscheid sowie ein Einführungstermin wurde jedoch noch nicht gefällt.» Man sei sensibilisiert und analysiere die Lage laufend.

Keine Sturmgewehre in Basel

Auch im Stadtkanton wappnet man sich gegen die neuen Bedrohungsformen. «Im Nachgang zu den Ereignissen in den vergangenen Monaten, auch jenen Vorfällen in europäischen Städten, hat die Kantonspolizei gewisse Punkte sowohl bei der Ausrüstung, als auch bei der Ausbildung konkret auf diese neuen Bedrohungsformen überprüft», sagt Sprecher Andreas Knuchel. Unter anderem fänden zur Zeit Versuche statt, mit welchem Munitionstyp mit mehr Durchschlagskraft die Maschinenpistolen auf den Patrouillenfahrzeugen ausgerüstet werden können. Weiter würde die Verfügbarkeit von ballistischen Schutzschildern auf den einzelnen Patrouillenfahrzeugen erhöht. Ausserdem steht nächstes Jahr eine erneute Schulung für die Polizisten an der Front zum Thema Einsatztaktik bei Terrorbedrohungen an. Eine solche Ausbildung zum Thema Amok fand in den vergangenen Jahren bereits für das ganze Korps statt. Ausserdem schafft sich die Basler Polizei neue Dienstwaffen an, diese werden dann neu mit drei statt wie bis anhin zwei Magazinen abgegeben.

«Waffengleichheit herstellen»

Mehreren Basler Sicherheitspolitikern reicht dies noch nicht: «Die Anschaffung von Sturmgewehren wäre sicher nicht falsch, angesichts der Grenznähe und den vielen Grossveranstaltungen bei uns», sagt SVP-Grossrat Joël Thüring. Gerade für das subjektive Sicherheitsgefühl könnten solche Entscheide eine Rolle spielen.

Dazu komme, dass sich die Bedrohungslage zwischen dem Baselbiet und der Stadt kaum gross unterscheiden würde. «Die Gefahr, dass in Basel etwas passiert, ist sicher nicht kleiner als in Oberdorf», meint auch LDP-Grossrat André Auderset. «Grundsätzlich würde es Sinn machen, eine ‹Waffengleichheit› mit Terroristen oder Amokläufern herzustellen.»

Auch FDP-Grossrat Stephan Mumenthaler sagt: «Es macht sicher Sinn, die Anschaffung von Sturmgewehren genau zu prüfen.» Entscheidend sei eine genaue Auslegeordnung. «Wichtig ist, dass im Hintergrund die Hausaufgaben gemacht sind.»