Sicherheit

Polizisten gefordert: Nach Vandalenakten und Einbruchsserie werden Riehener Politiker aktiv

(Symbolbild)

Nach Vandalen und Einbrüchen fordern Riehener mehr Polizisten.

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In Riehen sorgen Einbrecher und Vandalen für Wahlkampf-Munition und das Thema Sicherheit rückt vermehrt ins Zentrum. Jetzt fordern Politiker Massnahmen, um die Prävention und die Aufklärungsrate zu verbessern.

In der Nacht auf Donnerstag, 25. Januar, wurde in zehn Geschäfte im Riehener Dorfkern eingebrochen. Kurz zuvor sorgte eine Serie von Vandalenakten an parkierten Autos für Aufregung. Das Thema Sicherheit ist in der Landgemeinde wieder allgegenwärtig. Nun fordern Politiker Massnahmen, um die Prävention und die Aufklärungsrate zu verbessern. Für SVP-Einwohnerrat und Gemeinderatskandidat Felix Wehrli ist die nächtliche Schliessung des Polizeipostens im Dorf mitschuldig an den Ereignissen. «Eine 24 Stunden lang geöffnete und besetzte Polizeiwache ist immer noch die beste Art der Prävention», ist Wehrli überzeugt. Die Polizei müsse nicht nur im Fahrzeug, sondern auch zu Fuss in der Nacht unterwegs sein.

Auch CVP-Einwohnerrat Patrick Huber denkt an neuralgischen Punkten wie den beiden Zentren im Dorf und Rauracher sowie an beiden Bahnhöfen über Kameras nach. «Kameras führen zu hohen Aufklärungsraten und diese zu mehr Abschreckung.» Zudem brauche es an diesen Stellen auch mehr Licht, um den Einbrechern die Anonymität der Dunkelheit zu nehmen. Huber fordert mehr sichtbare Präsenz der Polizei. Er nennt auch den privaten Sicherheitsdienst, der im Sommer im Wenkenpark und Sarasinpark patrouilliert, um für Ruhe zu sorgen. «Es würde schon helfen, wenn ein solcher Sicherheitsdienst immer mal wieder im Dorfkern Präsenz zeigt.»

Martin Leschhorn, SP-Co-Präsident und Einwohnerrat, hofft auf ein einmaliges Ereignis. «Wiederholt sich dies müssen wir klar über verschärfte Massnahmen wie noch mehr Polizeipräsenz nachdenken.» Ein belebteres Dorf würde ebenfalls präventiv helfen, meint Leschhorn: «Zudem ist eine gute Nachbarschaft wichtig, wo man aufeinander achtet und auch meldet, wenn einem etwas merkwürdig vorkommt.» EVP-Einwohnerrat Thomas Widmer-Huber sieht das Baselbiet als mögliches Vorbild, wo in den vergangenen Jahren mit der Schwerpunktaktion «Ladro» die Einbruchszahlen gesenkt und die Aufklärungsrate erhöht werden konnten. Schwerpunkte sind das flexible und mobile Einsatzkonzept sowie eine genaue, laufend aktualisierte Lageanalyse. Ein Ampelsystem zeigt jederzeit die vorherrschende Einbruchsgefahr an. Dazu gehören auch nächtliche Fusspatrouillen in Quartieren. Das brauche auch Riehen.

Wilde: Lage nicht schlechter

Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos) beurteilt die Situation differenziert. Aus polizeitaktischen Gründen will er die getroffenen Massnahmen nicht kommunizieren. «Es ist für uns alle nicht einfach. Einerseits möchten die Leute wissen, was jetzt gemacht wird, andererseits kann die Polizei nur wenig bekannt geben, um die potenzielle Täterschaft nicht zu sensibilisieren.» Gemäss Wilde zeigen die empirischen Erhebungen aus dem Monitoring eindeutig, dass sich die Sicherheitslage seit der Anpassung des Polizeipostens nicht verschlechtert hat. «Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es auch in Riehen nicht», so Wilde. Er empfiehlt jedoch den Haus- und Ladenbesitzern, ihren Einbruchschutz zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Denn eins habe die jüngste Einbruchserie auch gezeigt: «Wo guter Schutz vorhanden war, blieb es beim versuchten Einbruch.»

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