Basler Strafgericht

Pornos mit der siebenjährigen Tochter produziert

Der 64-jährige Sexualstraftäter bleibt vorläufig im Massnahmenzentrum. (Symbolbild)

Der 64-jährige Sexualstraftäter bleibt vorläufig im Massnahmenzentrum. (Symbolbild)

Ein 64-Jähriger musste sich vor Gericht verantworten, weil er seine Tochter als Hauptdarstellerin in selbstgedrehten Pornofilmen sexuell missbraucht hatte. Das Basler Strafgericht lehnt die Entlassung des Familienvater aus der stationären Therapie ab.

«Wenn Sie mich jetzt vier Jahre zurückschicken, dann begraben Sie meine Hoffnungen, meiner Tochter in irgendeiner Form etwas zugute kommen zu lassen», mahnte der heute 64-jährige Mann am Montag im Basler Strafgericht. Doch die fünf Richter schickten ihn zurück, wenn auch vorläufig nur für drei Jahre: Die stationäre Massnahme wird verlängert, der Mann bleibt damit weiterhin in einem Massnahmenzentrum.

Vor fünf Jahren verurteilte ihn das Basler Strafgericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren, weil er seine Tochter während mindestens zwei Jahren als Hauptdarstellerin in selbstgedrehten Pornofilmen sexuell missbraucht hatte. Auf den ersten Videos war die Tochter sieben Jahre alt, frühere Übergriffe konnte man ihm nicht nachweisen. Die Namensgebung der Videodateien liess darauf schliessen, dass sie zum Hochladen auf einschlägigen Seiten gedacht waren. Es gab allerdings bislang keine Hinweise, dass sie tatsächlich im Netz gelandet sind.

Die Strafe wurde aufgeschoben zugunsten einer stationären Massnahme

Diese hat eine unbestimmte Dauer, muss aber spätestens nach fünf Jahren vom Gericht überprüft werden. Der Mann zeigte sich offenbar kooperativ und erhielt von seinen Betreuern gute Noten. Ende 2018 gewährte man ihm gar unbegleitete Urlaube. Kurz darauf wurde er bei einem Ladendiebstahl ertappt. «Das Zugfahren, die Spesen... das Budget hat mir einfach nicht mehr gereicht», sagte er dazu.

Doch daraufhin kontrollierte man sein Mobiltelefon, das er bei den Urlauben mit sich führte, und fand diverse Verschlüsselungstools, sieben verschiedene Browser sowie Kinderfotos. «Ich bin erschrocken. Als ich die alte Cloud zurückgespielt habe, waren diese Fotos drauf. Die sind aber von früher, ich habe nichts neues heruntergeladen», beteuerte er. Auch die diversen Browser habe er bloss testen wollen, er sei ja vier Jahre lang quasi weg vom Fenster gewesen.

Das Verfahren wegen dieses Pornografiebesitzes ist noch hängig, im Massnahmenzentrum hat man ihm seither die Urlaube gestrichen.

Verteidigerin Lena Reusser forderte am Montag, die stationäre Massnahme nun auf 18 Monate zu beschränken und in diesem Zeitraum die Entlassung vorzubereiten. Der Mann hatte stets auf seine Spezialkenntnisse in der Finanzbranche verwiesen, mit einem hohen Lohn wäre es ihm möglich, seine Ex-Familie zumindest finanziell zu unterstützen. «Geben Sie mir eine zweite Chance», bat er das Gericht.

Vorläufig wird daraus nichts. «Eine Entlassung ist nicht möglich. Sie sind noch nicht soweit. Sie sind behandlungsbedürftig», begründete Gerichtspräsidentin Susanne Nese den Entscheid, die Massnahme um drei Jahre zu verlängern. Die Gerichtspräsidentin betonte auch, es gehe genau genommen nicht um eine zweite Chance. «Es geht um die dritte oder vierte Chance, dass Sie zeigen können, dass Sie nicht deliktrelevant auffällig sind», sagte Nese. Den Entscheid kann der Mann noch ans Appellationsgericht weiterziehen.

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