Bebauungsplan

Post-Finance AG und SBB planen Wohnraum für etwa 600 Personen

Bebauungsplan Areal Nauentor.

Bebauungsplan Areal Nauentor.

Das bestehende und mehrheitlich leer stehende Postreitergebäude beim Bahnhof SBB soll zum «Nauentor» werden. Im Rahmen einer Planungsgemeinschaft plant die PostFinance AG zusammen mit der SBB eine Neuüberbauung, bei der die bestehende Tragstruktur über den Gleisanlagen weiter genutzt wird, wie der Kanton am Dienstag mitteilt.

Auf dem Sockel sollen drei Hochhäuser gebaut werden. Das Projekt schaffe 50‘000 m² bis 80‘000 m² Arbeitsfläche und Wohnraum für ca. 600 Personen.

Das bestehende Postreitergebäude wurde in mehreren Etappen zwischen 1972 und 1980 erbaut. Aufgrund des Wegzugs des Postverteilzentrums und Neustrukturierungen innerhalb der Post AG steht es seit 2016 mehrheitlich leer. Eine Testplanung zum «Quartierabschluss Gleisfeld Süd Bahnhof SBB» und eine vertiefende Machbarkeitsstudie über das Postreitergebäude von Morger Partner Architekten bilden die Grundlage für den vorliegenden neuen Bebauungsplan.

Das Projekt trage zu einer städtebaulichen Verbindung zwischen Nauenstrasse und Solothurnerstrasse bei und solle neu von der Öffentlichkeit durchquert werden können. Die heute städtebaulich unfertige Situation gegenüber dem Gundeldinger Quartier werde geklärt, teilt der Kanton am Dienstag mit. Der Sockel mit dem Parking im ersten Obergeschoss werde um drei neue Geschosse erweitert. Darauf sollen drei Hochhäuser mit einer maximalen Höhe von 89 m gebaut werden. Im Sockelbereich werde eine neue Verbindung für Fussgängerinnen und Fussgänger über dem Gleisfeld entstehen, die durch grosszügige, von Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben flankierte Höfe ergänzt werde.

Der bedeutsamste Mehrwert des Projektes liege in der Schaffung einer Magistrale – einer durch das Gebäude geführten Fussgängerverbindung vom Gundeldinger Quartier ins Quartier St. Alban. Sie erfolge über verschiedene Innenhöfe und Niveaus, die durch Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe flankiert werden sollen.

Gegen den Bebauungsplan seien 17 Einsprachen eingegangen, sagt der Kanton Basel-Stadt. Die Mehrheit richte sich gegen die öffentlich zugängliche Magistrale, die nur für Fussgänger bestimmt sei und keine schnelle Verbindung für Velofahrende darstelle. Für diese sei eine Querung des Gleisfeldes über die von beiden Seiten zugänglichen Veloabstellplätze möglich, allerdings nicht im Sinne einer eigentlichen Veloroute, da teils grosse Höhenunterschiede überwunden werden müssen. Ein weiteres Thema sei die Schaffung von ausreichend Veloabstellplätzen. Mit 400 neuen öffentlichen Veloabstellplätzen werde den Forderungen nach dringend notwendigen und attraktiven öffentlichen Veloabstellplätzen entsprochen. Des Weiteren seien Reserveflächen für maximal 400 weitere öffentliche Veloabstellplätze vorgesehen. Der Regierungsrat weise darauf hin, dass das Projekt eine neue attraktive Fussgängerverbindung zwischen den Quartieren mit abwechslungsreichen Orten zum Aufenthalt schaffe sowie zu einer innerstädtischen Verdichtung beitrage und habe den Grossen Rat beauftragt, die Einsprachen abzuweisen.

Nach der Zustimmung des Grossen Rates kann laut Informationen des Kantons mit einem Varianzverfahren für das eigentliche Bauprojekt begonnen und mit einer Realisierung ab 2023 gerechnet werden. Ein Bezug wäre ab voraussichtlich Ende 2029 möglich.

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