Herr Zugaza, welche Bedeutung hat diese Ausstellung der zehn Picassos für Sie und den Prado?

Miguel Zugaza: Wir haben hier die besten Werke des Kunstmuseums Basel zur Verfügung gestellt bekommen. Das ist eine riesige Freude. Ausserdem ist es eine einmalige Möglichkeit. Das Kunstmuseum Basel hat eine der wichtigsten und besten Sammlungen Europas.

Welchen Einfluss wird die Ausstellung auf Madrid und seinen Tourismus haben?

Ich denke, dass wird eine sehr grosse Wirkung haben. Dass man die Bilder nun an einem anderen Ort und in einem anderen Zusammenhang begutachten kann, wird Leute anlocken.

Nicht nur der Prado, sondern auch das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía zeigt Werke aus dem Basler Kunstmuseum. Was unterscheidet die Ausstellung im Prado von jener im Reina Sofía?

Das Reina Sofía hat zwei Sammlungen mit Werken von diversen grossen Künstlern, während wir uns mit Pablo Picasso ganz speziell auf einen Künstler fokussiert haben, dessen Werke wir unbedingt bekommen wollten.

Die zehn Bilder Picassos stehen in der Mitte der Galería Central an einem sehr prominenten Ort.

Einerseits sollten sich die Werke
Picassos auf eine natürliche Art und Weise hier einfügen. Er soll mit den grossen Meistern auf den Seiten wie Velázquez oder Rubens sprechen. Andererseits ist die Platzierung im Zentrum ein symbolischer Akt unsererseits. Picasso besuchte uns seit seinen Jugendjahren, war Direktor während der Bürgerkriegsjahre. Wir wollten Picasso Tribut zollen, aber auch Basel.

Wieso Basel?

Weil diese Leihgaben des Kunstmuseums von der Grosszügigkeit Basels zeugen. Es ist eine aussergewöhnliche Geste des Vertrauens und der Freundschaft zwischen uns.

Wann kann sich denn die Stadt Basel auf eine ähnliche Geste des Prados, beispielsweise in Form einer Goya-Ausstellung im Kunstmuseum, freuen?

Sobald sie uns darum bitten. Wir haben jetzt eine grosse und sehr wichtige Schuld gegenüber Basel.