Wenn die SBB die Ticketpreise um einige Prozent erhöhen, ist der Aufschrei jeweils gross. Doch was sich in Bezug auf Transportpreise in diesem Jahr auf dem Münsterplatz abspielt, ist ohne Vergleich: Der Verein Robi-Spiel-Aktionen hat den Fahrpreis für den beliebten Kinderzug verdoppelt, von einem auf zwei Franken pro Kind und Fahrt.

Das ist zwar im Vergleich mit den Bahnen während der Herbstmesse noch immer eine kinder- respektive elternfreundliche Preispolitik, grenzt prozentual gesehen aber dennoch an Wucher. Besonders, weil die Leidtragenden in diesem Fall die Kinder sein dürften – denn doppelt so viel pro Fahrt heisst für Eltern entweder: Gleich oft fahren wie im vergangenen Jahr, dafür doppelt so viel dafür bezahlen. Oder halb so oft fahren wie im vergangenen Jahr, dafür wird es nicht teurer.

Böse Zungen behaupten nun, der Verein versuche mit den zusätzlichen Einnahmen das Loch in der Kasse zu stopfen, wegen dem er monatelang im medialen Scheinwerferlicht stand. Sollte das gelingen, dann wäre das zumindest eine gute Nachricht für die Kinder – denn wie die vorher aufgeführte Rechnung zeigt, werden Mehreinnahmen nur dann erzielt, wenn die Kinder trotz höherer Ticketpreise gleich viele Runden drehen dürfen. Was den Kleinen, aber auch den Verantwortlichen der Spiel-Aktion zu gönnen wäre, schliesslich ist bald Weihnachten.