«Im Zuge des Ölpreiszerfalls und des tiefen Eurokurses senken wir die Gaspreise um einen Rappen pro Kilowattstunde», teilte die Aare Energie (AEN) ihren Kunden Anfang Februar mit. Der an den Ölpreis gekoppelte Gaspreis habe rund 20 Prozent nachgegeben. Dazu komme der Rückgang des Eurokurses, welcher sich ebenfalls vorteilhaft auf die Importpreise auswirke, wird die Massnahme begründet. Diesen Preisvorteil gibt die AEN rückwirkend, das heisst per 1. Februar 2015, an ihre Kunden weiter.

Ähnlich machen es gemäss Preisüberwacher bereits über die Hälfte der Schweizer Gasanbieter, nicht aber die Industriellen Werke Basel (IWB), wie IWB-Sprecher Erik Rummer auf Anfrage bestätigt. Zwar wurden auch bei den IWB auf Anfang Jahr die Gaspreise um 2,5 bis 3,1 Prozent gesenkt, dies aber als Reaktion auf die günstigeren Infrastrukturkosten des Gasverbunds Mittelland. Zudem bewegt sich der IWB-Preisnachlass im tiefen einstelligen Prozentbereich, während die AEN-Preisanpassungen für ein Einfamilienhaus beispielsweise Einsparungen von jährlich rund 200 Franken bedeuten.

Spürbar günstigeres Gas dürfte es in naher Zukunft aber auch in Basel geben, denn die IWB stehen gemäss Rummer in Verhandlungen mit dem Lieferanten. «Unser Vorlieferant hat uns Anfang Februar informiert, dass er die Beschaffungspreise wird senken können. Wir können aber zum heutigen Zeitpunkt noch keine quantitativen Angaben zum künftigen Preis machen», so Rummer. Klar sei aber, dass die IWB die Preissenkung an ihre Kunden weitergeben werden.

Preisüberwacher wird aktiv

Dies sei dem Energielieferanten auch geraten, denn die Basler Gaspreise stehen derzeit gleich zweifach unter Beobachtung: lokalpolitisch und durch den eidgenössischen Preisüberwacher. Letzter bestätigt auf Anfrage, dass «die Gastarife der IWB derzeit Gegenstand einer Untersuchung sind», wie Fachbereichsleiter Simon Pfister sagt. Der Preisüberwacher erhebt regelmässig und flächendeckend die Gaspreise in der Schweiz.

Im letzten Jahr konnte sich die Überwachungsbehörde nach mehrmonatigen Verhandlungen mit den Betreibern der Hochdruck-Erdgasnetze auf eine Senkung der Netznutzungsentgelte um durchschnittlich 9,4 Prozent einigen, wie dem Jahresbericht 2014 zu entnehmen ist. Diese Einigung hat auch bei den IWB zu einer Preissenkung geführt. Zu den laufenden Abklärungen über die IWB-Gastarife nahm Pfister keine Stellung.

Vorstoss aus dem Grossen Rat

Politisch hat CVP-Grossrätin Pasqualine Gallacchi die IWB-Gastarife letzten Mittwoch mit einer Interpellation aufs Parkett gebracht, in der sie fragt, ob die IWB ihre Währungsgewinne an den Steuerzahler weitergeben, und ob bei den Energiepreisen mit einer Senkung gerechnet werden könne. «Die Forderung an die IWB ist klar, Währungsgewinne sowie günstigere Einkaufspreise bei Gas und Öl an die Konsumenten weiterzugeben», sagt Gallacchi. Sie behalte sich weitere Schritte vor, falls die Antwort der Regierung nicht zufriedenstellend sein sollte.