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Presserat rüffelt Telebasel - Reporter wehrt sich gegen Vorwürfe

«Telebasel» filmte eine «Rheinhattan»-Gegnerin ohne ihre Zustimmung.

«Telebasel» filmte eine «Rheinhattan»-Gegnerin ohne ihre Zustimmung.

Der Presserat hat eine Beschwerde teilweise gutgeheissen. Angeblich hätte der Fernsehsender mit laufender Kamera eine Quartieraktivistin bedrängt und so ihre Privatsphäre verletzt. Der betroffene Reporter schildert aber ein anderes Bild.

Zwar dürfe ein Lokalfernsehsender eine politisch aktive Person im Bild aufnehmen, wenn diese in einer öffentlichen Funktion an einen öffentlichen Anlass geht. Jedoch sei unzulässig, jener Person «vor der Haustüre aufzulauern» und sie weiter zu bedrängen, wenn sie klar mache, dass sie weder Auskunft geben noch gefilmt werden wolle, so das Urteil des Presserates.

Weil die Frau zuvor eine per E-Mail gestellte Interviewanfrage abgelehnt hatte, sei es «unverhältnismässig», ihr danach mit der Kamera weiter zu folgen, hält der Presserat im Communiqué fest.

Der betroffene Telebasel-Reporter relativiert das Bild: «Wir waren gar nie vor ihrer Haustüre oder haben sie bewusst ein zweites Mal aufgesucht», schreibt er der bz. Im Gegenteil: Die Person sei während eines Interviews mit einem Quartierbewohner auf das Team zugekommen und habe sie zum «Verschwinden» aufgefordert.

«Sie drohte uns, das Kameraequipment zu zerstören, wenn wir nochmals in der Gegend auftauchen sollten.» Diese Äusserungen seien für den Reporter öffentlichkeits-relevant gewesen und deshalb habe er sie ausgestrahlt. Alle diese Aussagen könne er mit dem vorhandenen Rohmaterial belegen.

Die Frau exponiert sich gegen das als «Rheinhattan» apostrophierte Grossprojekt im Basler Rheinhafen Kleinhüningen. Sie ist auch Mitglied einer staatlichen Begleitgruppe dazu. Telebasel filmte einmal vor einem Gebäude, wo diese Gruppe eine Sitzung abhielt, sowie einmal im Quartier.

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