Die Neukonzeption soll dazu beitragen, digitale Kanäle und Print stärker zu verschmelzen. Das kleinere Format helfe nicht nur Papier zu sparen, sondern habe auch in der Herstellung Vorteile, schreibt Print-Leiter Remo Leupin im Editorial des in Basel wöchentlich erscheinenden Blatts. An den Abschlussdonnerstagen gewinne die «TagesWoche» damit ein paar Stunden Zeit bis zum Druckbeginn.

Auch im kleineren Format umfasst die am Freitag erschienene Ausgabe 48 Seiten in einem Bund. Die Heftung entfällt indes, das Papier ist etwas dünner und die Gestaltung erscheint weniger luftig. Weiterhin effektvoll genutzt werden Bilder.

Print und Online bündeln

Verzichtet wird im neuen Layoutkonzept auf eine fixe Rubrik-Abfolge. Diese soll künftig je nach Themenmix und Relevanz variieren. Neu ist der Heftteil «Menschen und Geschichten der Woche» mit Onlinebeiträgen der vorausgegangenen Tage. Die Artikel sind aktualisiert und begleitet von Leserreaktionen der Online-Ausgabe.

Leser sollen laut Leupin zudem auch online eine grössere Rolle spielen; dies dank einem neuen Debattenformat, das das bisherige ablöst. Nicht mehr in der Print-Ausgabe enthalten ist im weiteren die Kulturagenda, da die Online-Version umfassender sei. Dafür gibt es neu einen Comic Strip.

Die Neukonzeption solle helfen, Online und Print noch stärker zu verschmelzen, hatte die «Tageswoche» im Vorfeld angekündigt. Dank einem neu geschaffenen Produzententeam, das Zeitungs- wie auch Print-Beiträge aufbereitet, könnten die redaktionellen Kräfte besser gebündelt werden.

Hängiges Verfahren

Im Februar war die «TagesWoche» wegen frisierter Auflagezahlen in die Schlagzeilen geraten. Das Lokalfernsehen Telebasel berichtete, die "TagesWoche" liefere knapp die Hälfte der für 2013 beglaubigten Auflage von 26'358 Exemplaren gratis an die Flughäfen Basel und Zürich.

Dieser Auflagentrick veranlasste die Basler Staatsanwaltschaft zur Einleitung eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens wegen Verdachts auf Betrug. Dieses Verfahren ist nach wie vor hängig, wie am Freitag auf Anfrage zu erfahren war.

In der Zwischenzeit hat die «TagesWoche» über ihre aktuelle Auflage Transparenz geschaffen. Per 7. März belief sich die Gesamtauflage demnach auf 24'735 Exemplare. Davon gehen 9765 an Abonnenten und 350 in den Kioskverkauf.

Weitere 12'420 Exemplare gehen zu Promotionszwecken an Haushalte in Basel und Umgebung. 1800 Exemplare werden zudem im Flughafen Basel-Mülhausen aufgelegt. Und schliesslich gibt es noch 400 Belegexemplare.

Digitale Reichweite

Die relativ hohe Zahl von Promo-Exemplaren diene der Erhöhung des Bekanntheitsgrads und sei für eine Neulancierung nichts Aussergewöhnliches, heisst es im Redaktions-Blog der «Tageswoche». Als Hybridmedium sei für diese zudem nicht nur die Printauflage wichtig, sondern auch die Reichweite der digitalen Kanäle.

Die mobilen Seiten der «TagesWoche» wurden im Februar laut dem Forschungsinstitut NET-Metrix von 164'000 Unique Clients (Geräten) genutzt. Die Seite verzeichnete 630'000 Einzelbesuche (Visits) und zwei Millionen Seitenaufrufe (Page Impressions). Auf ihrer iOS-App verzeichnet die "Tageswoche zudem pro Tag 2000 eindeutige Besucher. Pro Monat sind es 8500.