Adrian Künzi, CEO der Notenstein-Privatbank mit Hauptsitz in St. Gallen, hat grosse Pläne. «Der Ausbau des Standorts Basel ist für uns ein zentraler Punkt, was wir auch damit zeigen, dass wir im Schilthof unser gesamtschweizerisches Asset Management (Vermögensverwaltung) ansiedeln und weiterentwickeln», sagt Künzi gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Er betont, dass auch er viel Zeit in Basel verbringen werde.

Die Ostschweizer Bank übernahm Anfang 2012 das Nicht-USA-Geschäft der Bank Wegelin und wurde an die Gruppe Raiffeisen Schweiz verkauft. Künzi will die Bank zu den «besten drei Privatbanken der Schweiz» entwickeln.

Auf diesem Weg expandiert die Bank und wechselt in Basel von der Holbeinstrasse im Oktober in den 1842 erbauten, denkmalgeschützten «Schilthof» an der Freien Strasse. Der Personalbestand der Filiale wird von 13 Personen auf vorerst über 50 Mitarbeiter erweitert.

Mehr als 40 Personen des neuen Personals kommen von der Basler Bank Sarasin. Dies bestätigt Notenstein. So übernehmen die ehemaligen Sarasin-Banker Aris Prepoudis als Leiter Institutionelle Kunden und Andreas Knörzer als Leiter des Asset Managements wichtige Funktionen bei Notenstein.

Eric Sarasin, stellvertretender CEO bei J. Safra Sarasin, bedauert die Abgänge. Rund drei Viertel der Mitarbeiter seien jedoch bereits ersetzt. Weitere Abgangswillige wurden gemäss Insidern mit Treueprämien bei der Stange gehalten.

Trubel seit Übernahme durch Brasilianer

Seit der Übernahme durch die brasilianische Finanzgruppe Safra heisst die Bank Sarasin nun J. Safra Sarasin. Mit dem Einzug der Familie Safra habe sich das Klima in der Bank verändert und ein autokratischer Stil Einzug gehalten, heisst es in der Basler Bankenszene.

Aufsehen erregte, dass Anfang Juni ein altgedienter Sarasin-Mann wie Hans-Rudolf Hufschmid, immerhin Vizepräsident des Verwaltungsrats von J. Safra Sarasin, zurücktrat. Eric Sarasin betont das Positive. Jetzt werde die Bank wieder von einer Familie geführt, wie damals, als Alfred E. Sarasin an der Spitze war: «Wir gehen zurück zu unseren Wurzeln.»

Ob sich Notensteins Traum erfüllt, sich als Sarasin-Ersatz zu profilieren, ist fraglich. «Die St. Galler kommen noch auf die Welt», sagt ein Bankenkenner. Bislang haben Filialen von Schweizer Privatbanken in Basel wenig reüssiert.

Einzig die Bank Julius Bär kommt voran. Sie hatte aber die Basler Bank Ehinger übernommen. Und J. Safra Sarasin kündet Widerstand an: Die Bank werde für ihre Basler Kunden kämpfen.