Voraussichtlich noch vor Ostern soll das neue Parkhaus des Euro-Airport (EAP) öffnen. Immerhin 24 Millionen Euro hat der Flughafen in das sechsstöckige Gebäude mit seinen 2700 neuen Parkplätzen investiert. Es befindet sich 300 Meter vom Flughafengebäude entfernt auf der französischen Seite des EAP.

Mittlerweile gibt es im Südelsass drei private Parkings, die dem Flughafen Kunden, die mit dem Auto anreisen, abspenstig machen wollen. Kurz hinter dem Supermarkt Leclerc in Blotzheim bietet die Firma «Park and Trip» mit Blick auf das Rollfeld 300 bis 350 Parkplätze für Flugreisende an. Das Unternehmen ist 2013 in Bordeaux gegründet worden und in Frankreich an acht Flughäfen mit Parkings vertreten. In Blotzheim ist es seit gut einem Jahr.

Sogar etwas grösser dürfte «Bluepark» in Bartenheim sein – die genaue Anzahl der Parkplätze ist nicht bekannt, weil die Firma auf Anfragen nicht reagiert hat. Wie ein Augenschein beweist, werden beide Parkings von Schweizer Autofahrern rege genutzt. Ausdrücklich auf deutsche und französische Kunden ausgerichtet ist «EuroAirpark» in der Industriezone von Hombourg, 15 bis 20 Kilometer nördlich vom EAP. Betreiber Stéphane Mathis hat sein Parking mit 200 bis 250 Plätzen Anfang Januar eröffnet und lässt seine übersichtliche Internetseite gerade auf Deutsch übersetzen.

Mit Abstand am billigsten

Das Parking kann bei Erfolg unkompliziert auf 500 Plätze erweitert werden. In Hombourg ist Mathis gelandet, weil er dort das Gelände erheblich günstiger mieten konnte als in der Nähe des Flughafens. Zwei Wochen parkieren kostet hier denn auch nur die Hälfte dessen, was auf der französischen Seite des Flughafens anfällt.

Alle drei Parkings funktionieren nach dem gleichen Prinzip – sie sind leicht über Google zu finden. Die Kunden müssen per Internet ihren Parkplatz buchen und per Kreditkarte bezahlen; sie werden mit einem Shuttle gratis zum Flughafen gebracht und auch wieder abgeholt. Die deutschsprachige Version der Internetseite von «Park and Trip» ist jedoch eine Zumutung und stellenweise kaum verständlich.

Keine Sorgen wegen Konkurrenz

Dem EAP machen die privaten Anbieter wenig Sorgen. «Ein erfolgreicher Flughafen zieht wirtschaftliche Entwicklung an. Wir werden uns der Konkurrenz stellen», schreibt EAP-Mediensprecherin Vivienne Gaskell. Sie setzt auf das neue Parkhaus mit seinen kurzen Wegen und den «grosszügigen beleuchteten überdachten Stellplätzen». Die Tarife für das neue Parking sind noch nicht bekannt, dürften aber etwas günstiger sein als bei den Parkplätzen, die in der Nähe des Terminals liegen.

Ganz erhebliche Preisunterschiede gibt es zwischen den Parkingpreisen auf der französischen und Schweizer Seite des Flughafens. Wer sein Auto für eine Woche abstellt, zahlt derzeit auf der französischen Seite beim Langzeittarif umgerechnet über 30 Franken weniger als auf der Schweizer Seite, für zwei Wochen fallen gar 50 Franken weniger an. Im Vergleich mit den Schweizer Preisen schneiden die privaten Anbieter in Bartenheim und Blotzheim erheblich besser ab, in Bezug auf die französischen Preise halten sich die Einsparungen in Grenzen.

Wenn die Parkings auf der einen oder anderen Flughafenseite voll sind, kann der EAP reagieren, indem er an der Grenze liegende Parkplätze entweder der französischen oder der Schweizer Seite zuschlägt.

Eine Neuerung kündigte Andreas Büttiker, Vizepräsident des EAP-Verwaltungsrats, kürzlich auf dem Neujahrsempfang des Flughafens an. Demnach sollen die Parkplätze künftig über Internet reserviert und bezahlt werden können. Umgesetzt sein soll dies voraussichtlich auf Ende Jahr.