Viele Basler Schulleitungen stellten in den vergangenen Jahren hauptsächlich auf ein Jahr befristete Arbeitsverträge aus. Gemäss dem Personalverband VPOD sind es an einzelnen Schulstandorten bis zu 75 Prozent der Belegschaft, die keine unbefristete Festanstellung haben. Dies wird sich nun ändern. Der Regierungsrat hat beschlossen, dass die Lehrerinnen und Lehrer der Basler Volksschulen ab 2019/20 und diejenigen der weiterführenden Schulen ab 2020/21 unbefristet angestellt werden müssen. Dass die Gymnasiallehrer ein Jahr später dran seien, habe damit zu tun, dass die «personellen Umstellungsprozesse» durch die Verkürzung des Gymnasiums auf vier Jahre noch nicht abgeschlossen sind.

Lehrer scheuten die Kritik

Die Regierung reagierte mit ihrem Entscheid auf einen Vorstoss von SP-Grossrätin und VPOD-Sekretärin Kerstin Wenk. Diese zeigt sich weitgehend zufrieden. «Die ausgestellten Einjahres-Verträge sind eine Belastung für viele Lehrerinnen und Lehrer, besonders für jene mit Familie.» Zudem hätten sich viele Lehrer aus Angst davor, keinen neuen Vertrag zu bekommen, mit ihrer Meinung zur Schulpolitik zurückgehalten. «Es gab Fälle, wo den Lehrern klar signalisiert wurde: ‹Wenn es dir hier nicht gefällt, dann kannst du gehen›.» Teilweise äussert sie auch Verständnis dafür, dass die Lehrer in der jüngeren Vergangenheit unbefristete Verträge bekommen haben. Schliesslich gab es für die Schulleitungen durch die Schulreform Harmos auch viele Unwägbarkeiten.

Weniger Verständnis hat Wenk dagegen für die Tatsache, dass die Lehrer, die von einem befristeten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übergehen, künftig eine Probezeit von sechs Monaten durchlaufen müssen. «Wenn jemand seit drei Jahren an einer Schule angestellt ist, hat er gezeigt, dass er ein fähiger Lehrer ist.» Sie frage sich, ob die neu eingeführte Probezeit rechtens sei. Am Ball bleiben will Wenk ohnehin.

Gemäss Medienmitteilung der VPOD würden der Personalverband sowie die SP beobachten, «ob die Forderungen der Motion wirklich erfüllt werden». Andernfalls werden die Linken mit weiteren Vorstössen nachdoppeln.