Hinter dem Eisstadion St. Jakob herrscht seit dem frühen Morgen Hochbetrieb. Keine Eishockeycracks, sondern Pferdetransporter fahren vor. Auch der des erfolgreichen deutschen Springreiters Marcus Ehning ist angekommen. Während das eine Pferd gelassen seinen Kopf aus dem Wagen hält und beobachtet, was draussen so vor sich geht, sorgt sein Kollege in der Box nebenan für Unruhe. Nervös stampft er gegen die Wand, wiehert – er möchte raus.

Die Pflegerinnen von Ehnings Pferden bereiten zuerst die Stallungen für die edlen Tiere vor. Die Bedingungen für die Vierbeiner müssen schliesslich von Anfang an optimal sein, damit sie heute, am ersten Tag des CSI Basel in bester Form starten können.

Robert Blazsa setzte sich am Dienstagabend um 20 Uhr hinter das Steuer: Zehn Stunden am Stück war er von Hamburg mit dem Lastwagen unterwegs. Der Pferdepfleger kümmert sich seit Jahren um die Tiere von Alexandra Fricker. Compagnon, Paille und Memphis hat er dieses Jahr nach Basel gebracht. «Natürlich habe ich auf der Fahrt immer wieder nach den Tieren geschaut, ob sie zu heiss oder zu kalt haben, habe ihnen Äpfel gegeben», erklärt er. Kaum angekommen sei Wasser für die Tiere das wichtigste. Dann stattet er die Boxen mit Heu und Sägemehl aus.

Mittlerweile werden auch Ehnings Pferde ins Zelt geführt. Endlich – denn die Unruhe bei den Tieren stieg mit jeder Minute. Die Pflegerinnen müssen die Tiere energisch an den Zügeln zurückhalten, stürmen sie doch rasant die Rampe hinunter.

Sonderbehandlung für Profipferde

Am CSI Basel 2014 nehmen von heute bis Sonntag 280 Spitzenpferde teil – gar 30 der Top 40 gehen an den Start. Ungefähr 120 werden von Amateuren geritten, deren Pferde sind auf dem grossen Parkplatz neben der Eventhalle untergebracht. Grosser Unterschied: Die Strecke von ihrer Stallung in die Halle müssen sie auf Teer laufen, für die Tiere der Profis wurde ein Weg aus Holzspänen ausgelegt, wie Mediensprecher Guido Maurer erklärt.

Nach ihrer Ankunft werden die Pferde von Veterinärarzt Patric Luder untersucht. «Wir überprüfen zuerst die Identität der Tiere. Ob die Reiter wirklich mit den angemeldeten kommen.» Danach werden die Impfungen kontrolliert und dann müssen die Tiere vortraben. «Wir lassen nur gesunde Tiere an den Start. Wir haben eine Nulltoleranz in Sachen Medikamente. Brauchen sie welche, müssen wir sie vom Turnier ausschliessen», führt Luder aus. Dies komme aber ganz selten vor.

Die Stallungen füllen sich von Stunde zu Stunde. Die Pferde verhalten sich unglaublich gelassen, obwohl sie ihre Stallnachbarn nicht kennen. Auch für Luder speziell: «Diese Tiere sind Profis, für sie ist dieser Zustand Alltag. Unsere Pferde zu Hause würde die Situation, in einem Zelt mit über 100 fremden Tieren untergebracht zu sein, stressen.»

Grasen neben dem Fussballtor

Die Zeit wird von den Pflegern, die schon länger in Basel sind, unterschiedlich genutzt. Einige gehen mit ihren Tieren ins Aufwärmzelt und nehmen sie an die Longe, damit sie springend ihre Energie rauslassen. Andere spazieren mit ihnen an den Fussballfeldern entlang. Die Pflegerin von «Egie of colours» – dem Pferd von Janika Sprunger – lässt es neben dem Fussballtor grasen.

In der Turnierhalle selber ist am Tag vor Turnierbeginn noch einiges zu erledigen. Die 900 Tonnen Sand, auf dem Tier und Reiter antreten, sind bereits ausgelegt. Die Hindernisse allerdings müssen noch aufgebaut werden, das Blumendekor fehlt und die Tische im VIP-Bereich werden noch angerichtet. Ausverkauft seien sie nicht, sagt Maurer. Das Interesse bei den Leuten sei allerdings gross.