Herr Howald, wie fällt einen Tag nach dem grossen Spiel Ihre Bilanz aus?
Peter Howald: Meine Bilanz fällt aussergewöhnlich positiv aus. Wir konnten uns als Stadt und Standort sehr gut präsentieren. Es war ein unglaublicher Betrieb in der Stadt mit 25‘000 Fans, die den ganzen Tag und auch noch in der Nacht konsumiert haben.

Wie haben Sie den Tag und den Abend verbracht?
Ich war mit dem Einsatzleiter in der Stadt unterwegs und war in den verschiedenen Fanzonen, in denen es sehr friedlich zu- und her ging.

Gibt es etwas, das schiefgelaufen ist?
Wirklich schief gegangen ist eigentlich nichts. Aber bei so einer Ansammlung von Menschen ist es logisch, dass es die einen oder anderen Scharmützel gibt. Die waren aber im Alkohol und der Heissblütigkeit der Fans begründet und die Polizei hatte sie sehr schnell wieder im Griff.

Sind Sie überrascht, wie friedlich es zu- und her ging?
Wir hatten  im Vorfeld Infos von Szenekennern aus England, die uns gesagt haben, dass Liverpool eine sehr gute Fankultur hat, und das hat sich dann auch bewahrheitet, auch in den Begegnungen mit der Polizei, die sehr gut verliefen.

UEFA-Finale: Basel im Ausnahmezustand

UEFA-Finale: Basel im Ausnahmezustand

Basel - 18.05.2016 - Vor dem Finale versammelten sich die Fans der gegnerischen Teams aus Liverpool und Sevilla in der Innnenstadt.

Kann man sagen, das sich der Anlass für die Stadt Basel gelohnt hat?
Am Schluss ist es nicht eine Rechnung von plus und minus, die wir machen. Wir haben uns präsentieren können, und das ist ein unglaublich wichtiger Wert, den man nicht aufwiegen könnte. Das ist das Wichtigste. Es hat eine grosse Wertschöpfung und grossen Umsatz gegeben. Feldschlösschen hat beispielsweise gesagt, dass sie Bier nachliefern mussten, das dem Jahresumsatz von drei bis vier Restaurants entspricht. Das ist schon Wahnsinn.

Haben Sie von Seiten der Uefa schon eine Rückmeldung bekommen?
Wir haben schon am Abend vor dem Spiel gemeinsam mit Uefa-Vertretern eine positive Bilanz gezogen. Die Zusammenarbeit mit der Uefa war ohnehin sehr gut. Das gilt auch für die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Departementen, die sehr pragmatisch und problemlos verlaufen ist. Gerade beispielsweise bei der Organisation der Public Viewings. Das war sehr eindrücklich für mich, wie direkt und unkompliziert das geklappt hat. Und auch die Zusammenarbeit mit dem SFV, dem FCB, dem Flughafen, der BVB oder den beiden Clubs war super.

Sie haben die beiden Public Viewings angesprochen. Die scheinen sich sehr gelohnt zu haben. 
Ja, die sind beide sehr gut gelaufen. Das eine war etwas übervoll. Ich bin am Nachmittag dort vorbeigekommen und war nur froh, dass ich da nicht mittendrin stehen muss. Es war gut, zwei zu machen.

Public Viewing:  Riesenjubel nach Traumtor von Liverpool

Public Viewing: Riesenjubel nach Traumtor von Liverpool

Basel - 18.05.2016 - Liverpool ging im UEFA Europa League Finale dank eines Treffers von Daniel Sturridge in der 35. Minute in Führung. Die Fans auf dem Barfüsserplatz konnten sich kaum Halten vor Freude.

Wie glauben Sie haben die Bewohner den Anlass empfunden und erlebt?
Der eine oder andere hat sich sicher genervt, dass die Trams zwischenzeitlich nicht mehr fuhren. Aber im Allgemeinen haben die Bewohner das ziemlich gelassen hingenommen, und das finde ich sehr schön.

Was steht für die Organisatoren in den nächsten Tagen noch an?
Es wird Debriefings geben, auch mit den Sicherheitskräften, und dann analysieren wir die Einsätze und schauen, was gut gelaufen ist. Ich denke die mediale Aufmerksamkeit wird bis nächste Woche durch sein, aber intern wird es uns sicher noch länger beschäftigen.

Konnten Sie bei all dieser Organisation gestern überhaupt das Spiel schauen?
Ich war mal in der Einsatzzentrale im Spiegelhof und dort ist das Spiel natürlich gelaufen. Dort habe ich dann ein paar Minuten schauen können. Aber ich hätte nicht ins Stadion gewollt, ich war lieber in der Stadt unterwegs.

Mit Ihrem Resultattipp haben Sie sich aber etwas vertan. Sie haben am Dienstag auf einen 2:0-Sieg der Liverpooler getippt. 
Das haben Sie nicht vergessen? Ja, da habe ich mich nicht eben als Fachmann erwiesen. Da hat meine Leidenschaft gesiegt bei meinem Tipp. Aber ich war ja lange auf Kurs. Bis 17 Sekunden nach Wiederanpfiff. Vielleicht hat sich Liverpool dann einfach zu früh aufgegeben. Aber diese Spanier können eben schon Fussballspielen.