Wer psychiatrische Hilfe braucht, hat es künftig in Basel leichter. Ab Oktober 2013 gibt es nur noch eine Anlaufstelle – statt wie bisher drei. Denn die Ambulatorien der Erwachsenen-Psychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK), in denen jährlich rund 2600 Patienten behandelt werden, ziehen zusammen an die Kornhausgasse 5 und 7. Kommende Woche beginnen dort die Umbauarbeiten. Bisher waren die Sprechzimmer der Ambulatorien auf drei Standorte verteilt: im Grossbasel an der Mittleren Strasse sowie am Petersgraben, im Kleinbasel am Claragraben. Die Alters- und die forensische Ambulanz bleiben allerdings auf dem UPK-Gelände.

Gebäude muss zentrumsnah sein

Der Umzug war schon länger Thema in den UPK. Vor rund einem Jahr teilte das Universitätsspital Basel (USB) mit, dass es für die Räumlichkeiten am Petersgraben Eigenbedarf hat. Die Fläche, auf dem sich das Ambulatorium dort befindet, gehört dem USB. «Es war kein einfaches Unterfangen, eine neue geeignete Adresse zu finden», sagt Andreas Windel, stellvertretender CEO der UPK. Die neuen Räume müssen viele Kriterien erfüllen. «Zum einen soll das Gebäude nahe beim Stadtzentrum, aber auch nahe beim USB liegen. Und zum anderen mit Tram und Bus gut erreichbar sein.» Zudem soll die Atmosphäre eines Campus, wie die UPK an der Wilhelm Klein-Strasse einer ist, wegfallen.

Die Adresse auf der Lyss erfüllt diese Wünsche. Zudem werden durch das Zusammenziehen der Ambulatorien Synergien zwischen den Psychiatern genutzt, ist Windel überzeugt. «Wir können mehr Patienten behandeln, weil wir uns aushelfen können.» Es sei nun möglich, das Behandlungsangebot zu erweitern. Zum Beispiel gebe es Migrationssprechstunden – Anliegen psychisch Kranker oder deren Angehörigen können übersetzt werden. Bei den kleineren Standorten sei man irgendwann an Grenzen des Menschenmöglichen gestossen. Und: «Je zentrumsnaher man ist, umso schneller trauen sich Patienten, uns aufzusuchen», sagt Windel. Dies haben Forschungen ergeben.

Keine Anlaufstelle im Kleinbasel

Dass die Ambulatorien der UPK zentralisiert werden, empfindet Psychiater Bernhard Affolter als sinnvoll. «Ich kann nicht einschätzen, was es für die Menschen im Kleinbasel bedeutet, wenn sie dort keine Anlaufstelle mehr haben.» Aber mit einem Standort wisse man als frei praktizierender Arzt sogleich, wo man Patienten direkt hinschicken könne. «Für uns und unsere Arbeit ist der Zusammenzug der Ambulatorien an die Kornhausgasse keine grosse Veränderung.»

Die UPK richten ihre neuen Behandlungszimmer im ersten und im dritten Stock im Haus an der Kornhausgasse ein. Im zweiten Stock wird die Publicitas ihre Büroräumlichkeiten behalten. In Sachen Sicherheit seien aller Vorkehrungen getroffen, betont Andreas Windel.