Basler Fasnacht

Punkt vier Uhr und das Herz des Fasnächtlers hüpft – so schön war der Morgestraich 2019

Trotz unsicheren Wetters und trotz laternengefährdender Winde war der Morgestraich fantastisch – mild, laut und vor allem: gut besucht.

Die drey scheenschte Dääg Basels haben begonnen

Die drey scheenschte Dääg Basels haben begonnen

  

So war der Morgestraich 2019:

Die Zeichen standen auf Sturm. Schon am Vorabend bangten sie in Liestal, ob ihr Chienbäse-Umzug wegen der stürmischen Winde überhaupt stattfinden könnte. Beim Einpfeifen der Laternen wurden mehrere «Lampen» umgeweht und beschädigt. Was verhiess das bloss für den Morgestraich?

Alles nichts. Als es am Montagmorgen vier Uhr schlug, war es trocken, geradezu mild und der Sturm war nurmehr ein zugiges Lüftlein – erfolgreich ausgebremst von den versammelten Leibern der Basler Fasnachtsmacht. Und eine Macht war sie: Punkt vier Uhr ging das Licht aus. Richtig aus. Die Beleuchtungs-Sünder der Vorjahre hatten gelernt, nur von einigen wenigen Schaufenstern wurde berichtet, dass sie den Morgestraich störten, unter anderem der neue Coop-Take-away am Barfüsserplatz. Ansonsten Dunkelheit. Und Lärm.

Am Schluss waren es Zehntausende, die geschätzt den Morgestraich besucht hatten. Die milden Temperaturen um die sechs Grad Celsius hatten die Menschen in die Basler Innenstadt gelockt. Da waren sogar einige Japanerinnen auszumachen, die sich extra in ein Kostüm gekleidet hatten – wohl angeführt von ihrer einheimischen Kollegin.

Die unsichere Wetterlage sorgte nicht nur für Gesprächsstoff, sondern auch für eine ganze Reihe von Erinnerungen aus dem Basler Fasnachtsgedächtnis. Da gab es doch vor einigen Jahren die letzte Schneefasnacht, als sich plötzlich alle Kostümierten in meterhohen Schneewehen wiederfanden. Oder eine Fasnacht, von der man kaum mehr etwas weiss, ausser dass es damals regnete und regnete und regnete. Das soll uns dieses Jahr nicht passieren. Das Wetter macht zwar auf April, aber da gehört zum Glück auch Sonnenschein dazu.

Die Sujets der Cliquen, die sich auf den Laternen am Morgestraich zum ersten Mal abzeichneten – richtig ausgespielt werden sie am Cortège –, waren von kritischen Noten geprägt. Weltuntergangsstimmung herrscht immer noch, dieses Jahr allerdings eher aufs Klima und den Umweltschutz bezogen. Oder eben auf die «Political Correctness», darauf, was die Fasnächtler nun noch sagen dürfen oder nicht. Und natürlich auf die Muba, die nie mehr stattfinden wird. Die ist schliesslich auch das Motiv der diesjährigen Plakette, die das Motto «Bis zletscht» abbildet.

Bis zuletzt werden die Baslerinnen und Basler während dieser scheenschte drey Dääg noch an einigen Sujets zu beissen haben. Denn die Auseinandersetzung mit Themen wie Integration und der Umgang mit dem Fremden erfolgt 2019 besonders zugespitzt. Ob Burka-Ueli oder Völkerschau, Biss oder Beleidigung: Eine veritable Gratwanderung ist sie, diese Basler Fasnacht, die wir jetzt erleben.

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