Engagement
Quartierverein «Lääbe in der Innerstadt» steht kurz vor dem Aus

Der Vorstand von «Lääbe in der Innerstadt» sucht nach Nachfolgern – vergebens. Falls sich niemand zur Wahl stellt, wird der Verein im Januar 2018 aufgelöst.

Rahel Koerfgen
Merken
Drucken
Teilen
Für den neuen Rümelinsplatz sollen Bäume gefällt werden, dagegen wehrt sich der Quartierverein «Lääbe in der Innerstadt» (Visualisierung BVD)

Für den neuen Rümelinsplatz sollen Bäume gefällt werden, dagegen wehrt sich der Quartierverein «Lääbe in der Innerstadt» (Visualisierung BVD)

Die Themen gehen dem Verein «Lääbe in der Innerstadt» nicht aus. Im Herzen Basels gibt es immer etwas, wofür es sich zu engagieren – oder zu kämpfen – lohnt. Aktuell wehren sich die rund 200 Mitglieder gegen das Projekt «Neugestaltung Rümelinsplatz». Als Teil davon sollen vier 50-jährige Bäume gefällt werden. Vereinspräsidentin Dagmar Vergeat sagt: «Einige Mitglieder haben bereits angekündigt, sie würden sich notfalls an die Bäume ketten, um das zu verhindern.» In diesen Tagen erhält Baudirektor Hans-Peter Wessels einen Brief des Vereins, worin gefordert wird, diesen «Kahlschlag» nochmals zu überdenken.

So gross das Engagement der Mitglieder von «Lääbe in der Innerstadt» sein mag – im Vorstand des Vereins wollen sie nicht wirken. Im vergangenen Jahr traten drei Vorstandsmitglieder zurück, und diese konnten bis dato nicht ersetzt werden. Es seien keine Nachfolger gefunden worden, wie Vergeat in einem Brief vom 20. Mai an die Mitglieder schreibt.

Eine interessierte Person

Nun verschärft sich die Situation: Die drei letzten im Vorstand verbliebenen Personen, gemeinsam mit Vergeat sind das Martin Hicklin und Peter Strub, wollen das Ruder abgeben. Das Trio ist zum Teil schon länger als 20 Jahre am Ruder. Vergeat etwa gehört zu den Gründungsmitgliedern von 1995. «Das ist eine lange Zeit. Und so sehr uns diese ehrenamtliche Arbeit erfüllt hat, so ist es jetzt doch Zeit zu gehen.» Sie sei aber überzeugt, dass es weiterhin Menschen brauche, die sich für die Interessen der Innenstadtbewohner einsetzen und «die bereit sind, dies ohne Entlöhnung zu tun». Doch genau hier liege das Problem, sagt Vergeat: «Heute, so scheint es, ist niemand mehr bereit, sich ehrenamtlich für gewisse Interessen einzusetzen. Wir suchen insgesamt fünf Personen für den Vorstand. Bis jetzt hat sich gerade mal eine gemeldet, die sich für die Arbeit interessiert.»

Ein anderes Bild präsentiert sich beim Neutralen Quartierverein Kannenfeld. An der Generalversammlung im März traten drei Mitglieder aus dem Vorstand zurück – und konnten noch am selben Abend ersetzt werden. Bereits seit drei Jahren ist es derweil bei «Lääbe in der Innerstadt» ein Thema, dass sich der alte Vorstand zurückziehen möchte. «Die Mitglieder wissen das», sagt Vergeat. «Ihnen ist aber der Arbeitsaufwand zu gross.» Dieser sei tatsächlich nicht ohne, so vier bis fünf Stunden die Woche seien es halt schon. «Den Weihnachtsapéro stemmen wir jeweils alleine. Das ist eine Riesenarbeit. Aber sie macht auch Freude.»

Der Vorstand des Quartiervereins «Lääbe in der Innerstadt» will die Suche nach geeigneten Nachfolgern in den kommenden Monaten nochmals intensivieren. Man sei daran, verschiedenste Leute anzuschreiben oder direkt anzusprechen, sagt Vergeat. «Sollte aber der Fall eintreten, dass wirklich niemand bereit ist für die Arbeit und sich nicht fünf Personen zur Wahl stellen, planen wir die Auflösung des Vereins auf Januar 2018.» Selbstverständlich bestehe bis dahin die Möglichkeit, das Schiff noch zu wenden.