Die Schnitzelbänke sind Highlights der Fasnacht - und weit über die Region Basel hinaus beliebt. Der Jahrgang 2018 hatte ein grosses Thema: die #metoo-Debatte. Oft wurde es mit dem nicht sehr überraschenden Namen Donald Trump verbunden. 

60 Schnitzelbank-Gruppen und ein paar "Wilde" sangen an der Basler Fasnacht vom Montag- und Mittwochabend ihre Verse. Wir bringen die besten Momente.

Es geht gleich los mit dem Thema #metoo, und zwar mit dem rappenden Bauer Heiri (und anderen). Sein Vers «Drum sääg y im Stall jetzt numme no: Guete Moorge, liebi Fraue» dürfte als eine der Top-Nummern der diesjährigen Fasnacht in Erinnerung bleiben.

«Drum sääg y im Stall jetzt numme no: Guete Moorge, liebi Fraue» – noonemool e Hampfle Bängg

«Drum sääg y im Stall jetzt numme no: Guete Moorge, liebi Fraue» – noonemool e Hampfle Bängg

Die Schnitzelbänkler zeigten am Montagabend zum ersten Mal, was sie zu bieten haben dieses Jahr – auf den grossen un den kleineren Bühnen. Wir haben unter anderem in der Schlüsselzunft zugehört. Eine zweite Portion in Bild und Ton von Heiri, Gasladärne und den Unerheerte.

Natürlich, "No Billag". Das Thema, das die Diskussionen in der Schweiz beherrscht. Die Dreydaagsfliege sagt es so:

Juhui mir spaare d Bilag – d SRG die kaa s verbloose
Kai Rundschau mee zem luege und kai Echo mee zum loose
Mir schalte aifach s Hirni ab und luege unbeirrt
Fünf Stund lang wie bim Fischer z Au es Duvet gwäsche wird.

Einer der Stars der Szene ist auch der Doggter FMH und seine Gundula

  

Si, in mym Wartzimmer hets – gottverglemmi
sit Wuchen e richtigi Fraueschwemmi!
Au d Gundula isch am hienere und duet saudumm
jä, dr Doggter Federer macht bi mir sy Praktikum!

Und weiter:

Si, so Sex-Übergriff wie in Hollywood sin garantiert
in mynere Praxis mit dr Gundula nie bassiert!
Also mit ihre hät ych - jä ihne kan ys jo verzelle -
mänggmol nur e bitz döggterle welle!

Diagnose:

Das kennt mym Döggterli so basse,
e «Undenuffe» wie bim Jasse!

Und weil so schön ist nochmal der Doggter FMH:

Si, dr Hugh Hefner vom Playboy – han ych verno
het in de Ärm vo syne Hääsli derfe go.
Männer – au wenn s mit Viagra lenger goht:
«Zu viele Hasen sind des Jägers Tod!»

Die Stroossewischer nahmen nicht nur den Kanton Aargau auf die Schippe. Im Video festgehalten sind auch Nonnkomform und Schlyffstai.

Stroossewischer nehmen den Aargau aufs Korn

Stroossewischer nehmen den Aargau aufs Korn

Die Schnitzelbänkler "Stroossewischer" haben sich an der Basler Fasnacht über den Autokanton Aargau lustig gemacht.

Die Gasladärne haben sich Roger Federers Ehrendoktortitel der Uni Basel zum Thema gemacht, sie waren damit nicht die einzigen:

Der Roger schwäbbt in akademisch gwejhte Sfääre.
Die Tatsach mechte mir begrinde und erglääre.
Är spiilt perfäggt, het zwai mool Zwilling, jetz mergsch gly:
Dä muess bim Döggterle scho rächt erfaare sy.

D'r Schyynhailyg doppelt nach: 

So’ne Ehredoggd’r ehrt d’r Roger kai Schpur
denn schtürtechnysch het’r scho lang d’ Professur

Sehr politisch präsentierte sich d’Stächplame:

Schnitzelbängg: Ein Bericht aus dem Theater (Comité-Bängg) Stächpalme

Schnitzelbängg: Ein Bericht aus dem Theater (Comité-Bängg) Stächpalme

Dr Wessels isch nach Rom ufbroche.
Worum? Är wird dört häilig gsproche!
Dr Papscht belohnt dr Hampe für sy chrischtlig Grundidee.
Die lutet jo syt je: geh isch seliger als neh.

Dr Lieschtler Stapi Lukas Ott
spiilt neu in Basel liebe Gott.
Drfür zieht d Achermaa uf Buus, wo si, no voll im Saft,
im Mai 2050 s Konzäpt fürs Schnapsmuseum schafft.

Der Singvogel macht sich so seine Gedanken und verwebt geschickt Themen, zum Beispiel das grosse Basler Verkehrsprojekt:

  

Scho sorgt dä Tunnäll under em Rhyy für Unbehaage.
D Doris Leuthard will schyynts gege der Wessels klaage.
Zerscht häig er numme gfrogt: Wämmer s zämme mache?
Doch won er säit: My Häärzstück!, häig si em äini bache.

Dr Hansli-Bargäld greift das Hin und Her zwischen den Kantonen Basel-Stadt und Baselland auf, wer nun wie viel an die Hochschulbildung bezahlt:

D’Uni hett kai Gäld mee, s’isch scho zimmlig arg
und d’Landschaft wott nimm zaale, die zaalt am Schluss dr Sarg.
Jetzt muesch als Studi ryych si, damit fyrs Studium längt.
Und sällem wos kennt zaale,
hänn si Doggter eifach gschänggt.

Die Gsalzene konzentrieren sich auf den Sport und den Streit zwischen TV-Kommentator Rolf Fringer und dem FC-Sion-Präsidenten, der ersterem eine Ohrfeige gab: 

Dr Constantin duet dr Fringer aabeschloo
Wenn me dr Fringer kennt, denn kaa me das verstoo
Aber vermuetlig wurds no me Vergniege mache
Wurd dr Constantin sich sälber aini bache!

Die Dipflischysser haben sich Juncker und Leuthard vorgenommen, die sich getroffen haben. Wobei der EU-Kommissionspräsident für feuchte Küsse bekannt ist:

D EU will Gäld und das nit z knapp
drum schläggt dr Junker d Leuthard ab
die richtig Antwort wär fir dä
e Schutt in Arsch vom Constantin

Auch die Bildsteerig hat Leuthard in einen Vers verpackt und gleich noch ihren Bundesratskollegen:

D Frau Leuthard het verlutte lo,
sii well vermuetlich daas Johr goo.
Do hätt I an d Doris e ganz glaini Bitt:
Gäll, nimmsch dr Schneider-Ammann mit.

Dr Spitzbueb spricht ebenfalls mehr oder weniger subtil von einem Schneider-Ammann-Rücktritt:

S wäär s bescht, wenn aine, haa n y dänggt,
em Schneider-Ammann e Velo schänggt;
no leert er, wenn er s rächt schtudiert,
wie n e Ruggdritt funktioniert.

Die Bildsteerig sinniert auch über den Bundesrat: Tochter Blocher rein - und gleich wieder raus, wie der Vater?

D Frau Martullo will in Bundesroot,
aber numme, wenn s nit andersch goot.
Si kaas jo brobiere, miir wird do nid bang;
Lyt uss dääre Familie blyybe nid lang.

Rollaator Röösli nimmt sich die Renten-Abstimmung zur Brust:

Wäg all de Junge doo, wo gstumme hänn mit Nai
stryych ich mir 70 Stai me AHV ans Bai
Kei Angscht, mer gseen is denn, es isch bi mir notiert
im näggschte Supermäärt zer Stoosszyt wenn s bressiert

War da nicht was? Ah ja. Das Weltwirtschaftsforum in Davos. Schon vergessen? Dr Spitzbueb erinnert sich:

S Lawyyneninschtitut z Davoos;
bi miir, do isch d Enddyschig grooss:
Dr Schnee isch doo, dr Trump isch doo,
s isch numme kai Lawyyne koo.

Der Heiri witzelt zum WEF:

In de Bäärge het s e Huffe Schnee. D Laawiinegfohr isch grooss.
Zu allem Eeländ fliegt jetz no dr Donald uf Davos.
Dr Trump wird sääge: Dasch dr Bewyys, dass d Temparature gheie.
Look arround you, even here in Swaziland duets schneie!

Und noch eine Bangg blickt auf Davos.  ́S spitzig Ryssblei:

Wo z' Davos dr' Trump vor em Ueli stoot,
stellt är sich vor, Ueli Murer, Bundesroot.
Do meint dr' Trump, im Ueli wirds myys,
sorry Mister Murer ei hääf e queschtschen blyys.
Är könnt, duet är iim in d Oore huche,
an dr' Gränze zue Mexiko no e Murer bruuche.


An der Fasnacht unterwegs zu sein, macht auch Hunger. Neben traditionellen Speisen wie Mehlsuppe oder Fastenwähen ist ja seit Kurzem auch exotischeres erlaubt. Die Luuszäpfe haben sich mit Insekten befasst:

Heugumper, Grille, Würmli ässe kasch jetzt offiziell.
Das Ganze sinn mir noonig gwohnt, das isch sehr speziell.
Do sait sich‘s Anni vo dr Metzg: «Do bin ich gar nit muff:
Jetz ka-n-i madigs Fleisch verkaufe, und mit Uffbryys druff!»

Ebenso d Rätschbääse:

Im Naduurhistoorische Museum bym Apéro mit Bier
hets vom Coop so Häppli gää mit glaine Grabbeldier.
Fein isch s gsi, doch bliibts fir uns en Oobe zum Vergässe!
Mir hänn drum uss Verseehe die gaanzi Kääfer-Sammlig gfrässe.

Natürlich beschäftigen sich die Schnitzelbänkler auch mit weiteren Themen jenseits des Juras. Wie etwa die Giftspritzi, die sich an den verstorbenen Sänger Polo Hofer erinnert:

Dr Polo Hofer glopft an s‘Himmelsdoor
Do kunnt dr Petrus und liist ihm d‘Reegle voor:
Vo mir uss darfsch die ganz Zyt singe
All Stund uff dr Haarfe e Ständeli bringe
Numme ai Bitt, sunscht hänn mer dr Drägg
Inhalier mer do oobe kai Wulgge ewägg!

Übrigens. Die Comité-Bängg gibts hier gesammelt im Video:

«Y haa immer scho dänggt – die sinn anderscht as mir» – ein Querschnitt durch die Basler Comité-Bängg

«Y haa immer scho dänggt – die sinn anderscht as mir» – ein Querschnitt durch die Basler Comité-Bängg

Die Quotenrenner sind #Metoo, Trump, Wessels, No Billag, Dr. med. hc. Federer, Landschäftler-Pointen zur Sau und anderen Zeitgenossen.


Exotische Namen prägen die Schweiz zusehends. Anlass genug für die Schnapsbagge sich mal genau umzuhören:  

Dr Luan sait zer Malea: "Lueg, wie d'Yarin und dr Jodis strahle,
und wie dr Silas, d'Robea und dr Seya mit ihre Nämme prahle."
Denn git's dr Liam, dr Jerun, d'Enea, das muesch alles kenne bhalte,
und sag ych: "I bi dr Fritz", haissts: "Ey, voll strange isch di Name, Alte!"

Achtung hier singen die Waggis - und andere Bängg:

«Gaudeaumus igitur!*» Wenn Waggis singen – und andere Bängg

«Gaudeaumus igitur!*» Wenn Waggis singen – und andere Bängg

In der Schlüsselzunft mischten die Schineblooser Waggis das Volk auf. D Luuszäpfe singen über Veganer und Alkohol und dr Spitzbueb nahm Constantin gekonnt aufs Korn. E Hampfle Bängg und ein Waggis-Intermezzo im Video. (*«So wollen wir uns aber freuen!»)

Perefyss fallen über die "neue" Bank Cler her, die früher lapidar Coop-Bank hiess:

Mir hänn e gmeinsams Bangg-Konto fir Père e Fyss e Mère,
Unsri Huusbangg isch jetz blau und nennt sich neischtens ‚Cler‘.
Sait doch d Grandmère zem Grandpère: «Gäll die Bangg gfallt dir au,
Du bisch zwoor laider sälte clair, derfir bisch allbott blau!»

Eines der grossen Themen: Die Aufnahme der Basler Fasnacht im Dezember 2017 als Weltkulturerbe durch die Unesco. Etwas Eigenlob gefällig? Zum Beispiel vom  ́s spitzig Ryssblei:

Ych schtand mit em Goschtyym uff dr' Strooss,
no 10 Minute denn goohts loos.
Ändlig isch es wiider sowyt,
ändlig foot sy aa die scheeni Zyt.
Mir laufe loos, im Stärneschyyn,
ändlig es isch wiider Hellowyyn.

Oder von den Wyybuure

Am Mäntig Wysse suffe uf em Waage daas isch s wärt.
Am Dsischtig 20 Bier no vor em grosse Schränzkonzärt.
Am Mittwuch s glyych Programm, mit huffe Wyy isch me guet druff.
Am Donnschtig uf e Mittag torggle ich hai, mi Frau isch muff.
Do saag ich ihre, ass das Schimpfe yberhaupt nyt nytzt,
Well miis Verhalte isch kulturell wärtvoll und vo der UNESCO gschytzt !!

Und hier gleich nocheinmal die Wyybuure zu unseren lieben Nachbarn und dem Streit um den Euro-Airport:

In Frankrich deert gits kai Tabu, die schämme sich kai bitz.
Sexuell sinn die sehr offe und sie sinn au duurend spitz.
Letschti springe mi zwai Frauen a, wie d Freesch im Weiher.
Nuur will ich deert äne gsait ha, ich warti uf e Dreier !!

Fyr ebbis do setz ich mi y und das bis ich mol stirb.
Und zwor dass do s Nachtfluugverbott meegligscht usdeent wird.
Das muess men aifach duuresetze und zwor uf brächen und biege.
So wurd ich z'Obe nimmi us de Baizen uusefliege !!

Me wott go d Autobaane lo verbraitere und dänggt denn so
Kämten alli besser duure und denn wären alli froo.
Doch laider irre sich die wo das wänn, mir sage s mit Beduure.
Mir hänn ys au verbraiteret und kemme jetz yberall schlächter duure !!


Oder vom Anggewegglimaitli:

Schnitzelbängg: Ein Bericht aus dem Theater (Comité-Bängg) Angge Weggli

Schnitzelbängg: Ein Bericht aus dem Theater (Comité-Bängg) Angge Weggli

Aber Ziiri muess sich jetzt scheniere,
Wenn si ihre Böögg gremiere.
Das kaa, sait d Unesco, Kunz und Hinz.
Ziiri isch und blybt Brovinz.

Dr Bangg rott, wenig freundlich, und im Dutzend billiger:

Bim Rhyyputz gumpe mir in Rhyy,
was mir all’s finde, s kaa nit syy:
Herrevelo, Trottinett,
Würschtligrill, e Fääderbett,
Boormaschiene, Bluemetopf,
Stuubetischli, Hoosegnopf
Zwai Gebiss, e Muusefalle,
Fischerstiefel, Gürtelschnalle,
Grimpel, Sperrmill, s isch e Schand!
Daas schwemmt s yss aa uss Baselland!

D Baselbieter, s isch kai Witz,
sin die Schlauschte in dr Schwyz!
S Läufelfingerli wänn si bhalte,
und dr Fluchtwääg no Basel offe halte!

An dr Hülfteschanz
hänn is d Rammel gschlaage,
als Basler mien miir daas erdraage!
S wäär nit neetig ass die fräche Sieche,
am Margrethestich no wytter mieche!

Mir zwai sind als Schnitzelbangg,
als "Zentrumslaischtig" anerkannt!
De Stedter saage mir jetz: „Dangge!“
D Landschäftler zaale jee zää Frangge!

Familie M. Steiner (wetten, die kommen aus Münchenstein?) versuchen sich in einem #metoo-Bangg. Ah, nein, vielleicht doch nicht:

Si het ganz schöni Hügel, doch uffgrisse wird si nit,
si loot nit jede driiber für e schnälle kurze Ritt.
Verkehr wott si nit z viil, das erstuunt an und für sich,
e Wunder bi däm Name denn - si heisst Margrethe Stich.

Stell dr vor s wird gschlachtet z Sissach und kei Sau wär aane,
die Säu sin mir nit Wurscht seit do dä Pfarrer e Vegaane.
Är bittet d CVP um Hilf, doch das bliibt unerhöört,
kei Wunder die hän sich no nie - an Sauereie gstöört.

Und jaaa, der Ziiri-Witz darf natürlich auch nicht fehlen. Käller-Assle:

Ziiri isch toll und aifach glatt.
Isch in dr Schwyz die scheenschti Stadt.
Ziircher sind gscheit und voll Esprit.
Und dasch e Väärs mit Fake News gsii. (jk)