Im beschaulichen Neubadquartier haben die Bewohner nahe der Tramschlaufe Neuweilerstrasse genug: Sie ärgern sich gewaltig über den Lärm, den die Trams der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) verursachen. 

Der Streit schwelt seit Anfang der Nullerjahre. Damals störten sich die Anwohner ob den lauten Klimaanlagen der Combino-Wagen. Diese wurden ab dem Jahr 2000 genutzt. Die eingebauten Klimageräte der in der Schlaufe wartenden Drämmli machten einen solchen Lärm, dass die Anwohner das Bundesamt für Verkehr beizogen. Dessen Messungen ergaben in der Nacht eine durchschnittliche Lärmbelastung von 52,1 Dezibel. Das liegt über dem Grenzwert von 50 Dezibel.

Die BVB mussten also handeln. Die Klimaanlagen wurden aufgerüstet, ihr Betrieb in der Nacht eingestellt, bis sich das Problem praktisch von selbst löste. Die ab 2014 eingeführte Flexity-Flotte ist deutlich leiser als ihre Vorgänger.

Doch die Anwohner haben sich zu früh gefreut. Nach der Sanierung der Gleise in der Tramschlaufe quietschten diese plötzlich. Wieder mussten die BVB antraben. Nach einer Besichtigung vor Ort einigten sich die BVB mit den Anwohner auf eine Temporeduktion von zehn auf fünf Kilometer pro Stunde. 

Auch hier währte die Ruhe nicht lange. Die BVB hoben die Temporeduktion Ende August wieder auf – ohne die Anwohnerschaft zu konsultieren, wie «20 Minuten» schreibt.

Benjamin Schmid, Sprecher der BVB, bestätigt die Aufhebung der Temporeduktion gegenüber «20 Minuten». Vergangene Woche  seien Lärmmessungen durchgeführt worden, um die Lage neu zu beurteilen.

Emil Ulli vertritt die 52 Anwohner rechtlich. Er hat im Namen der Anwohnerschaft Strafanzeige wegen Störung der Nachtruhe eingereicht. In einer Mitteilung dazu schreibt er: «Die Anwohner werden durch die heutige Lärmsituation psychisch massiv belastet, vom ersten Tram um 5 bis zum letzten Tram um 1 Uhr.»