Zuerst Geoffroy Serey Die, nun Raúl Bobadilla. Wie beim Transfer des ivorischen Mittelfeldspielers von Sion schlägt der FC Basel auch mit dem ehemaligen YB-Argentinier zwei Fliegen mit einer Klatsche: Er stärkt die eigene Mannschaft und schwächt diejenige eines Konkurrenten. Ob moralisch korrekt oder nicht, diese Diskussion kann man getrost im Keim ersticken. Jeder Klub auf der Welt würde - hätte er die finanziellen Möglichkeiten - so handeln wie Rot-Blau. Welcher Fan sähe nicht gerne zwei der besten Spieler der Super League im Kader seines Klubs?

Was Bobadilla angeht, ist der 25-jährige Sturmtank nun in der Bringschuld. Schon vor Weihnachten machte er klar, dass er unbedingt zum FC Basel will. Und zu seinem ersten Förderer in der Schweiz, zu Murat Yakin. Nun hat der Argentinier, was er will. Bei den Young Boys gab er Motivationsprobleme zu, wenn Spiele in der Super League anstanden. Sein Reinheft beinhaltet einige Flecken - der letzte datiert vom 25. November 2012, als er gegen Lausanne eine dumme Tätlichkeit beging und dafür sieben Spielsperren kassierte. Solche Eskapaden darf er sich nicht mehr erlauben, will er einst als genialer Fussballer, und nicht als Flegel in Erinnerung bleiben. Dank Murat Yakin und der Homogenität in der Basler Mannschaft dürfte die Integration von Bobadilla schnell klappen.

Was den FC Basel angeht, lädt er sich mit dem Königstransfer «Raúl Bobadilla» zusätzlichen Druck auf. Der Meistertitel ist nun mehr denn je ein Muss. Der Deal ist auch ein Zeichen für die Zukunft. Der FCB will in der nächsten Saison unbedingt wieder in die Champions League. Bobadilla ist ein weiteres Puzzlestück, um dieses Ziel zu erreichen.