Als Auftakt überzeugt die «Fasnachtsgesellschaft Seibi Basel 1933» mit ihren Trommeln und Piccolos. Dagegen hat «Dr Biecherwurm» erst irritiert. Er sei zuständig für die laufend eingehenden «Push Mäldige» und liest sie in Form von Sketchen vor. Zudem gehöre er zu der Gattung der Wirbellosen. Von diesen gebe es auch viele in der Politik. Mit diesem Witz ist der Abend eingeläutet. Ein riesiges Buch steht auf der Bühne und leitet als roter Faden durch die fasnächtliche «Geschichte».

Erste Seite: Das Rahmenstück schiesst mit politischen Themen los: Grossrat-Witze, gefolgt von Sprachspielen über das Kasernenareal, Expats-Kolonien und die Trennung von Stadt und Land. Natürlich dürfen auch Burka- und Secondo-Witze nicht fehlen. Applaus: Der Einstieg hat das Publikum gepackt. Nach dem Auftritt der «Wältmaischter Drummelgrubbe» legt Mathias Brenneis Larve und Trommel ab und überrascht mit Reimen und Liedern in der Rolle als «Drummelkeenig».

Zu Besuch bei Frau Sarasin

Viel Applaus verdient sich die «Pfyffergrubbe d Spitzbuebe», die mit ihrem schnellen, fetzigen Stück richtig Schwung ins Charivari bringt. Im nächsten Rahmenstück versetzt das Schauspielensemble das Publikum in die Wohnung von Frau Sarasin. Im breitesten Baseldeutsch gehen sie auf Wunsch der Dame die drei Fasnachtstage pingelig durch. Das ganze Stück ist von Pointen durchzogen. Ein besonderer Lacher ist der Schlusssatz von Sarasins Angestelltem: «Näggscht Joor fyyre mr im Altersheim z Rieche.»

Auch der «Huusbangg» des Charivari, «D Gwäägi», entlockt dem Publikum viele Lacher. Über «Drummeli»-Witze zu Trump, Stücki, Rechtspopulisten, Burka und den Rheinschwumm der Regierungsratskandidaten landet man bei Eric Weber, dem es mit gestrecktem rechtem Arm nicht möglich sei, daran teilzunehmen.

Duell oder Zusammenspiel

Durch das schummrige Licht erkennt man eine riesige Menschenmenge: Die «Schotte Clique 1947 Basel». Die Mitglieder müssen zusammenrücken, sie stehen eng in drei Reihen. Doch trotz ihrer numerischen Wucht und der Dudelsäcke überzeugen sie nicht wirklich. Beide Stücke sind schwerfällig und die Trompeten so laut, als wollten sie sich gegenseitig ausstechen.

Während «Dr Biecherwurm» seine neusten Meldungen verkündet, wird die Bühne umgestellt und das letzte Rahmenstück vor der Pause beginnt.

Seitenhieb auf das Drummeli

Auch die zweite Hälfte läutet die «Fasnachtsgesellschaft Seibi Basel 1933» ein. Der Tradition folgt ein Highlight des Programms: der «Applausometer». Mit einem Seitenhieb aufs «Drummeli» wird das Publikum einbezogen. Anhand einer Dezibel-Messung des Applauses entscheidet es, wie der «Binggi» an der Fasnacht teilnimmt. Dieser will lernen, wie man richtig Fasnacht macht. Die Einlage kommt an. Das Publikum klatscht eifrig. Trotz seiner Bemühungen, ein guter Fasnächtler zu sein, geht der «Binggi» am Schluss doch leer aus und erhält nur eine Aufgabe als Mitglied des Fasnacht-Komitees.

Die nächste Buchseite wird aufgeschlagen und damit beginnt der Auftritt der «Jungtambouren Fasnachtszunft Ryburg». Die Exoten aus Möhlin geben alles: Verkleidet als Indianer und mit verschiedenen Schlaginstrumenten, machen sie dem Namen des Stücks «Feuerwasser» alle Ehre. Der schnelle Rhythmus bringt so einige Zuschauerfinger zum Mitklopfen und am Schluss alle zum Klatschen. Ein voller Erfolg.

Brasilianische Rhythmen

Eine sehenswerte Show liefert die Gugge «Nachtfalter Schränzer Pratteln». Sie reissen das Publikum förmlich mit und stellt die «Schotte Clique 1947 Basel» in ihren Schatten. Die Tänzerinnen bewegen sich geschickt zu brasilianischen Rhythmen und einheimischen Melodien wie «Kiosk» oder «Hemmige». Die Gugge vom Land strotzt vor Freude am Musizieren. Das ist nicht zu überhören.

Endlich muss auch Guy Morin seinen Kopf hinhalten und steigt dafür sogar auf die Bühne, wo ihn das Schauspielensemble bereits erwartet.

Der zweite Schnitzelbangg «D Schlyffstai» trägt seine Verse in Kombination mit bekannten Melodien vor. Das Publikum ist begeistert – egal, ob beim Thema Lügenpresse oder Erdogan. Den Abgang begleitet lauter Beifall.

Bevor das letzte Rahmenstück das Charivari-Buch schliesst, wird nochmals richtig eingeheizt: Die «PS Coorperation und Pfyffergrubbe d Spitzbuebe» lassen das Publikum zu jazzigen Stücken mitwippen. Piccolos, Ukulele, Trompete und die raue Stimme von Alex Felix, die durch das Megafon dröhnt, bilden den krönenden Abschluss des Abends.