Basel
Randale an der Nach-Demo gegen die Wagenplatz-Räumung

Nach den letzten Ultimaten der Regierung wurde der Wagenplatz auf dem Hafenareal geräumt. Die Polizei griff ein und nahm mehrere protestierende Wagenleute fest. Am Abend demonstrierten Wagenplatz-Sympathisanten gegen die Räumung.

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Vom Waaghof geht lautstark zurück Richtung Innenstadt
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Der Wagenplatz wird geräumt
Nein, es ist nicht der FC Basel, der gewonnen hat
die vorerst kleine Gruppe wird schnell grösser
Spontan-Demo auf dem Claraplatz gegen die Räumung des Wagenplatzes
Die Feuerwehr holt die letzten Besetzer vom Dach
Die letzten Besetzer verharren auf dem Dach.
Protestierende Wagenleute werden festgenommen.
Die Polizei versucht die Leute zurückzutreiben.
Dann greift die Polizei ein. Auf dem Wagenplatz läuft es aus dem Ruder.
Erste Holzscheite und Reifen beginnen zu brennen.
Die Polizei beobachtet nur die Situation, eingreifen musste sie bis jetzt noch nicht.
Die Baufirma baut die Hütten eine nach der anderen ab.
Ein letztes Lagerfeuer geniessen die Wagenleute gemeinsam. Sie verhalten sich friedlich.
Viele Wagenleute sind auf dem Platz. Sie haben ihr Hab und Gut in Sicherheit gebracht.
Ein Zaun und eine rote Linie zeigen an, bis wo die Wagenleute toleriert sind.
Die Wagenleute leisteten keinen Widerstand, als um 9 Uhr morgens die Baufirma für die Räumung anrückte.

Vom Waaghof geht lautstark zurück Richtung Innenstadt

Martina Rutschmann

Um neun Uhr morgens rückte eine private Baufirma an, sie wurde von Immobilien Basel-Stadt mit der Räumung des Wagenplatzes beauftragt.

Die Polizei führt die Räumung also nicht selbst durch, sondern ist vor Ort und beobachtet lediglich die Situation.

Immobilien Basel-Stadt (IBS) als Areal-Vermieterin liess einen Zaun zwischen dem geduldeten Wagenplatz von 2500 Quadratmeter und der restlichen Fläche erstellen. Es gehe nicht darum, die Wagenleute einzusperren, sondern der Zaun sei eher eine optische Begrenzung zur Klärung, sagte IBS-Sprecherin Barbara Neidhard auf Anfrage.

Von den Wagenleuten gab es keinen Widerstand, die Räumung verläuft also friedlich. Den Leuten wurde Zeit gegeben, um ihr Hab und Gut wegzuschaffen. Trotzdem sind nun schon die ersten Bagger aufgefahren und räumen gewisse Sachen weg.

Das Dreieck, dass die Regierung den Wagenleuten zugesprochen hat, wird in Ruhe gelassen. Dorthin werden jetzt alle Wagen gebracht.

Am Nachmittag die Eskalation

Doch dann wehren sich die Wagenleute doch noch! Sie und einige Sympathisanten haben auf dem geräumten Platz Barrikaden aufgestellt und diese angezündet.

Das Ultimatum der Polizei, sich bis 14.45 Uhr zurückzuziehen, liessen die Wagnleute verstreichen.

Kurz vor 15 Uhr griffen die Polizisten in Vollmontur ein und nahm erste Wagenleute fest.

Die Polizei riegelt das Gelände ab. Doch die Wagenleute wollen immer wieder die eingeschlagenen Pfähle des Zauns entfernen.

Laut Augenzeugen ging es von beiden Seiten ziemlich zur Sache. Die Wagenleute, die skandierend einen Sitzprotest veranstalteten, wurden von den Polizisten vom Gelände getragen und mit Kabelbinder und Handschellen gefesselt. Ihre Personalien wurden aufgenommen und die Habseligkeiten abgenommen.

Nach Auskunft eines Polizeisprechers wurden 36 Personen weggeführt. Manche mussten weggetragen werden. Nach Auskunft eines Polizeisprechers wurden 36 Personen weggeführt. Sechs der angehaltenen Personen nahm die Staatsanwaltschaft fest, wie das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt am Abend mitteilte.

Den Besetzern droht eine Verzeigung wegen Haus- oder Landfriedensbruchs, Nichtbefolgens einer polizeilichen Anordnung oder Behinderung einer Amtshandlung, wie der Sprecher weiter sagte.

Um 16 Uhr hat sich die Lage beruhigt. Der Platz wurde von er Polizei geräumt und nur noch eine kleine Gruppe von letzten Widerständigen sitzt auf dem Dach eines der Wagen und behauptet ihren Platz. Die Baumaschinen räumen weiterhin das Areal.

Kurz nach 16.30 Uhr wurden auch die letzten neun Besetzer von der Feuerwehr ab dem Wagen-Dach geholt. Weil versucht wurde, eine Barrikade zu durchbrechen, setzte die Polizei Pfefferspray ein.

Scope hat Aufbau begonnen

Nebenan hat die Kunstmesse Scope inzwischen mit dem Aufbau des grossen Zeltes für ihre diesjährige Ausstellung begonnen. Nach der Messe will der Verein Shift Mode als Zwischennutzungs-Mieter seine Projekte realisieren. IBS hatte am Montag präventiv Strafantrag gegen Besetzende eingereicht, die vermietete Flächen nicht freigeben.

Demo am Abend

Am Abend versammelten sich Sympathisanten der festgenommenen Wagenleute auf dem Claraplatz. Schnell wurde aus der kleinen Gruppe eine stattliche Anzahl von rund 400 Leuten. Die Zahl der Demonstrierenden stieg rasant.

Sie marschierten vom Claraplatz über Spiegelhof in Richtung Steinenvorstadt und Waaghof, wo die verhafteten Besetzer untergebracht sind. Lautstark verschafften sich die Demonstranten Gehör. Der Umzug zog dann weiter durch die Steinenvorstadt zurück in die Innenstadt. (rut/sil/zam/sda)

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