Für den 30. November war eine martialische Ausmarchung angekündigt. In der Basler Joggelihalle wollten sich die beiden französischen Rapper Booba und Kaaris die Köpfe einschlagen. Dies im Rahmen eines Mixed-Martial-Arts-Fights. Kaaris und Booba sind seit Jahren verfeindet. Die Feindschaft eskalierte vor einem Jahr am Flughafen Orly in Paris, als es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung kam. Die Wogen gingen hoch, Todesdrohungen wurden ausgesprochen.

Ob es zum brutalen Spektakel kommt, ist allerdings fraglich. Der Kanton Basel-Stadt gab am Freitag den Entscheid bekannt, den Anlass zu verbieten. «Das Erziehungsdepartement tritt vom Veranstaltungsvertrag wegen Irreführungen beziehungsweise Täuschungen zurück», hiess es in einer Medienmitteilung. Doch die Veranstalterin hält am «rechtsgültigen Vertrag» fest, wie deren Anwalt sagt. Der Kanton habe vor einer Woche «ausdrücklich autorisiert», dass der Ticketverkauf gestartet werden könne.

Die Widerstände in Genf wurden verschwiegen

Hintergrund des Vorwurfs war die Tatsache, dass der Kampf einst in Genf angesetzt worden sei. Dort sei der Veranstalter, Strength & Honor Championship, auf Widerstände bei Politikern, Behörden und Medien gestossen. Bei den Vertragsverhandlungen zum MMA-Fight im November in Basel sei verschwiegen worden, dass es zum Kampf der beiden Rapper kommt. Es sei nun «klar, dass die Veranstaltung nicht durchgeführt werden kann».

Der Anwalt des Veranstalters, Moritz Gall, reagiert mit Unverständnis auf das Verbot des Kantons – und erhebt seinerseits Vorwürfe. Dass ein abschlägiger Entscheid der Genfer Behörden dazu geführt habe, den Kampf nun in Basel durchzuführen, stimme nicht. Der wahre Grund seien die «engen Platzverhältnisse» in Genf. Mit der inhaltlichen Kritik am Kampf kann Gall auch nichts anfangen. Gewiss bestehe zwischen den beiden Rappern ein Konflikt. Diesen in geordneten Bahnen beizulegen, sei aber begrüssenswert.

Gall gibt sich kämpferisch: Er sagt, das letzte Wort sei nicht gesprochen. «Die Veranstalterin kann sich auf einen rechtsgültigen Vertrag berufen. Ich gehe davon aus, dass der Kampf stattfinden wird.»