Zugegeben es ist schon etwas her. 1500 Jahre, um genauer zu sein. Damals wohnten in Basel noch die Römer. Und diese Römer, die hatten nicht nur Ländereien und Städte in der Schweiz, sondern zum Beispiel auch rund um das Mittelmeer. Und von dort haben die Römer mutmasslich auch das eine oder andere Kamel mitgebracht. Zu diesem Schluss kommen zumindest Archäologen, die immer mal wieder auf Knochen aus dieser Zeit stossen.

In der Schweiz sind Funde von Dromedar- und Kamelknochen relativ selten. Vor 80 Jahren fanden Forscher aber bereits einen Teil eines Kamel-Gebisses im Spiegelhof in Basel. Bei den neusten Grabungen kam nun ein Kamelknochen zum Vorschein. Er gehört offenbar zum gleichen Skelett, wie das in den 1930er-Jahren gefundene Gebiss. Der Vergleich der Funde zeige, dass die beiden Kieferfragmente zusammenpassten, teilte die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt mit.

Bis heute fand man nur drei weitere Beweise dafür, dass einst Kamele in der Schweiz herumspazierten. Zwei davon fand man in Vindonissa, also in der Nähe des heutigen Windisch im Kanton Aargau, und eine in Augusta Raurica. Warum das Tier in Basel landete, sei unklar, schreibt der Kanton.

Es gebe unterschiedliche Theorien, zu welchem Zweck die Tiere gehalten wurden. So etwa als Transportmittel für Waren, aber es könnte auch gut sein, dass sie der römischen Armee als Reittier dienten. Zudem hätten schon damals Handelskontakte in ferne Länder bestanden. Dies belegten auch andere Funde aus Basel, schreibt der Kanton.

Handwerker im Spiegelhof

Im Innern des Spiegelhofs sind die Archäologen seit dem Januar an Ausgrabungen. Dort, wo heute die Polizei ihr Zuhause hat, waren zu früherer Zeit nicht nur Römer zugegen. So fanden die Forscher auch Überreste eines mittelalterlichen Handwerkerviertels aus der Zeit um 1100 n. Chr. Zu dieser Zeit arbeiteten dort Schuhmacher und Gerber.

Was die Römer im Spiegelhof machten, ist laut den Archäologen weiterhin unklar. Man fand aber bis jetzt in der Umgebung 360 spätrömische Münzen und eine Strasse. Weiter vermuten die Forscher an der Birsigmündung eine Schiffanlegestelle. Dies in Verbindung mit der Strasse nährt die Vermutung, dass sich beim Spiegelhof ein Warenumschlagplatz befand.