Straftat

Rassismus an Fasnacht: Verfahren gegen Zeedel, nicht aber gegen Stainlemer Alte Garde

Gegen die Urheber dieses Zeedels läuft ein Verfahren.

Gegen die Urheber dieses Zeedels läuft ein Verfahren.

Die Basler Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen den Zeedel der anonymen «Harus-Waagis» eröffnet. Es handle sich um rassistische Beschimpfung. Die Alte Garde der Alten Stainlemer kommt aber ungeschoren davon.

Rassismus an der Fasnacht sorgte dieses Jahr nicht nur national, sondern auch in Basel für Aufruhr. So musste sich bereits die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) mit zwei Basler Fällen auseinandersetzen: Mit einem Zeedel einer anonymen Gruppierung, die laut Kommission die Basler Fasnacht für ihre rassistischen Äusserungen missbraucht hat, und mit dem Sujet der Alten Garde der Alten Stainlemer, die sich auf «geschmack- und einfallslose» Weise eine Überfremdung im Kleinbasel zum Thema gemacht hatte.

Nun ist klar: Die Basler Staatsanwaltschaft eröffnet ein Verfahren wegen des rassistischen Zeedels. Dies bestätigte deren Sprecher Peter Gill gegenüber der bz nach einer Meldung des Portals nau.ch. Die Stawa führe «ein Verfahren wegen rassistischer Beschimpfung» durch, so Gill.

Laterne nicht umstritten

Die Alte Garde der Alten Stainlemer hingegen kommt ungeschoren davon, bei den umstrittenen Versen auf deren Laterne habe die Staatsanwaltschaft keinen Straftatbestand erkannt. Damit folgen die Behörden den Einschätzungen der EKR, die sich gegenüber der bz ausführlich geäussert hatte.

Diejenige Formation, die den rassistischen Zeedel in Umlauf gebracht hatte, war in Fasnachtskreisen unbekannt und auch nicht beim Fasnachts-Comité gemeldet. Darauf, dass es sich um keine Fasnächtler handelt, deutet auch der Name «Harus-Waagis», da erstens Waggis falsch geschrieben ist – etwas, was in der Szene weitherum verpönt ist – und zweitens weil das Wort Harus auf einen rechtsextremen Gruss hindeutet.

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