Wohnen

«Recht auf Wohnen»: Jetzt kommen die Massnahmen – Regierung will Wohnraum für Geringverdienende schaffen

Der Regierungsrat informiert heute um 10 Uhr in einer virtuellen Medienkonferenz. (Archivbild)

Der Regierungsrat informiert heute um 10 Uhr in einer virtuellen Medienkonferenz. (Archivbild)

Mit gezielten Massnahmen will der Regierungsrat Wohnraum für Geringverdienende schaffen. Dazu gehört eine öffentlich-rechtliche Wohnbaustiftung, die preisgünstigen Wohnraum erwirbt oder erstellt.

Um die Massnahmen zu «Recht auf Wohnen» umzusetzen, wird ein Fonds eingerichtet, um Anteilscheine von Organisationen des gemeinnützigen Wohnungsbaus zu finanzieren. Dadurch will der Regierungsrat eine grössere soziale Durchmischung beim gemeinnützigen Wohnungsbau fördern. Insgesamt soll der Anteil von Genossenschaftswohnungen, preisgünstigen Wohnungen der öffentlichen Hand und Wohnungen der neu geschaffenen Wohnbaustiftung von heute rund 13,5 schrittweise auf 25 Prozent erhöht werden. 

Am 10. Juni 2018 hat die Basler Stimmbevölkerung die Verfassungsinitiative «Recht auf Wohnen» angenommen. Der Regierungsrat legt nun Massnahmen vor, die wesentlich über die bestehenden Mietzinszuschüsse hinausgehen. Die neuen Massnahmen sollen allen Personen im Kanton Basel-Stadt eine Wohnung ermöglichen, die ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht: 

Eine neue Wohnbaustiftung für mehr preisgünstigen Wohnraum 

Die neue Wohnbaustiftung soll dazu beitragen, dass bereits bestehender, preisgünstiger Mietwohnraum erhalten bleibt. Mithilfe einer Ersteinlage von 35 Millionen Franken soll die Stiftung ein Portfolio von bis zu 250 Wohnungen aufbauen, die in erster Linie an Personen mit kleinem und mittlerem Einkommen vermietet werden können. Für Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann ist klar: «Eine öffentlich-rechtliche Wohnbaustiftung zu installieren ist eine sinnvolle Massnahme zum Erhalt von preisgünstigen Wohnungen. Dass diese Massnahme erfolgreich ist, sehen wir auch in anderen Kantonen: Dort leisten Wohnbaustiftungen einen erheblichen Beitrag für mehr preisgünstige Wohnungen.» 

Ein neuer Fonds für mehr soziale Durchmischung in den Genossenschaften 

Mit einem neu geschaffenen Fonds von 1,8 Millionen Franken will der Regierungsrat Haushalte mit einem tiefen Einkommen bei der Finanzierung von Anteilscheinen von Genossenschaften oder anderen Organisationen des gemeinnützigen Wohnungsbaus unterstützen. Finanzschwache Haushalte sind bei den Genossenschaften klar untervertreten. Mit einer gezielten Unterstützung sollen die finanziellen Hürden beim Eintritt in eine Genossenschaft abgebaut und die Durchmischung verbessert werden. 

Wohnbauprogramm für 1000 neue Wohnungen 

Der Regierungsrat will das Angebot an preisgünstigen kommunalen Wohnungen des Kantons von heute 500 auf 1'500 verdreifachen. Damit die Wohnungen preisgünstig angeboten werden können, soll die Bauweise angepasst sowie eine Vermietung nach Kostenmiete eingeführt werden. Regierungsrätin Tanja Soland betont: «Um unsere Ziele beim preisgünstigen Wohnraum zu erreichen, müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen. Der Ausbau im Portfolio des Kantons in eigener Verantwortung ist schlicht unverzichtbar.»

Mietzinszuschüsse im bisherigen Umfang 

Neben diesen neuen Massnahmen möchte der Regierungsrat an den Mietzinszuschüssen (Subjekthilfen) im bisherigen Umfang festhalten. In den vergangenen Jahren ist es für Haushalte mit geringem Einkommen zunehmend schwieriger geworden, eine passende Wohnung zu finden. Dies zeigt sich auch an den steigenden Mietzinszuschüssen (Subjekthilfen), die der Kanton Basel-Stadt jährlich ausgibt: Über 17'000 Haushalte oder 20 Prozent aller Mietshaushalte erhalten im Kanton Basel-Stadt Mietzinszuschüsse im Rahmen von Sozialhilfe, Ergänzungsleistungen oder Familienmietzinsbeiträgen. Damit können einkommensschwache Personen auf dem Wohnungsmarkt unterstützt werden. 

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