Ausstellung

Red Dot Design Award bringt Kommunikation zum Anfassen nach Basel

Die prämierten Werke in der Kategorie «Communication Design» werden in Basel ausgestellt. Die Anordnung der Werke in den Ausstellungsräumen besticht durch ein offenes Konzept

Poster, Industriewaren, Verpackungen, Bücher und Briefmarken: Die Vielfalt der Sammlung macht ihre Faszination aus. Alle Stücke dürfen berührt und auseinandergenommen werden. «Wir wollen nicht, dass die Sachen kaputt gehen, aber wir behalten sie nicht», sagt Jean-Jacques Schaffner, Direktor der Designers Factory Schaffner und Conzelmann, lachend. Ebenfalls zu sehen gibt es Kinofilme und Werbung.

Die Anordnung der Werke in den Ausstellungsräumen besticht durch ein offenes Konzept: Steht man beispielsweise vor einem kühlen asiatischen Plakat, so schiebt sich von links eine bunte, grafische Werbeserie für die Amsterdamer Sinfonietta ins Blickfeld. «Wir machen keine Kunst im eigentlichen Sinne», sagt Schaffner. «Natürlich haben wir einen künstlerischen Anspruch, aber wir verwirklichen uns nicht selbst, sondern sind an den Auftrag gebunden.» Kreativität sei dabei wichtig - aber ebenso das Handwerk.

Zwischen Kunst und Auftrag

«Kommunikationsdesign ist keine Werbung: Wir wollen nicht verkaufen, wir wollen kommunizieren», sagt Schaffner. Die Red Dot Design Awards werden jeweils von einer fachspezifischen Jury vergeben. Das Unternehmen Red Dot selbst prämiert nur die Agency of the Year. «Am Red Dot Design Award hat es Teilnehmer aus 42 verschiedenen Nationen - deswegen braucht es Jurymitglieder, die nicht nur Fachkenntnisse haben, sondern auch den Kulturen und Sprachen der Teilnehmer gerecht werden können.»

Bereits zum dritten Mal machen die Schule für Gestaltung, die Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW und die Designers Factory die ausgezeichneten Werke der Kategorie «Communication Design» für die Öffentlichkeit zugänglich. 2012/13 wurden 35 Schweizer geehrt. Die Werke der Studenten befinden sich dieses Jahr in der Maurerhalle der Schule für Gestaltung in Basel. «Wir haben auf der Lyss schlicht keinen Platz», sagt Schaffner.

Nachdenkliche Eröffnungsrede

Seine Leidenschaft für Kommunikationsdesign merkt man Schaffner an - zu jedem Ausstellungsstück kennt er die Geschichte. An seiner Rede an der Vernissage von Samstag schlägt er allerdings auch nachdenkliche Töne an. Die Ausstellungsräume der Schule für Gestaltung werden voraussichtlich 2015 geschlossen, aus den Räumlichkeiten werden Büros für die Universität. «Dann haben wir in Basel keine Ausstellungsräume mehr», sagt Schaffner. Man wolle nicht auf die Brache am Dreispitz ziehen. «Wir wollen mit den Leuten kommunizieren.» An der Vernissage vom Samstag waren neben prämierten Designer die Direktoren der gestalterischen Hochschulen und Regierungsrat Christoph Brutschin anwesend.

Galerie für Gewinner-Agentur

Die Agency of the Year, 601bisang, kommt aus Korea. In der Galerie Graf und Schelble, die sich ebenfalls auf der Lyss befindet, sind die Werke ausgestellt. Zum ersten Mal gibt es einen aussereuropäischen Gewinner. «Ein Wagnis», sagt Schaffner, «weil die Sprache natürlich ein tragendes Element ist.» Prämiert wird in dieser Kategorie erst seit 2008. Ihre Mitarbeiter stellt die Agentur in kleinen Aquarellen vor - es sind nicht die einzigen Porträts der Ausstellung. «Wir haben von 16 Gewinnern Ölbilder bei einer chinesischen Malerin anfertigen lassen», sagt Schaffner.

Red Dot Design on Stage 15. Januar bis 2. Februar 2013. Ausstellungsorte: Maurerhalle, Vogelsangstrasse 15. Galerie Graf und Schelble, Spalenvorstadt 14. Ausstellungsräume Schule für Gestaltung, Spalenvorstadt 2.

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