Heiner Vischer hat seine Antrittsrede am Mittwochmorgen sichtlich genossen: «Ich bin froh, wieder einmal zu Ihnen sprechen zu dürfen», erklärte der frisch gebackene Basler Grossratspräsident seinen Ratskollegen. Das vergangene Jahr als Stellvertreter sei zwar interessant und lehrreich gewesen, aber es habe ihm verunmöglicht, sich in die parlamentarische Debatte einzubringen. «So oft hätte ich gerne meine Meinung gesagt – aber es hat nicht sein dürfen...»

Als Präsident dürfe er nun endlich wieder das Wort ergreifen, auch wenn er zu einer parteineutralen Haltung verpflichtet sei. Zumindest aber könne ihm «niemand eine Zwischenfrage stellen oder ein Gegenvotum halten».

Noch vor 15 Jahren hätte er sich «unter keinen Umständen» vorstellen können, jemals als höchster Basler zu amten. Für ihn als gelernten Biologen sei die Politik eine neue Welt gewesen.

Zur Feier seines Amtsantritts lädt der Riehener LDP-Politiker am Abend eine Festgesellschaft auf den «Rhystärn», das neue Flaggschiff der Basler Personenschifffahrtsgesellschaft. Dies war aber wohl kaum der Grund, warum Vischer in seiner Rede neben dem EU-Rahmenabkommen, der Uni-Partnerschaft oder dem Bahn-Herzstück auch für das dritte Hafenbecken warb.