Flaute

Regenwetter mindert die Lust auf Ausverkauf

Im Orsay in der Freien Strassen hat der Ausverkauf seinen Tiefpunkt erreichet.

Im Orsay in der Freien Strassen hat der Ausverkauf seinen Tiefpunkt erreichet.

Zwar sind seit Wochen die Kleider zu Schnäppchenpreisen zu haben - aber die Basler stürmen die Läden nicht. Grund für diese Tendenz ist das regnerische, kühle Juli-Wetter, das nur selten von heissen Sommertagen abgelöst wird.

Ausverkauf in Basel: An den Schaufenstern der Läden kleben Ausverkaufs-Affichen. Von den Decken hängen grosse, rote Prozent-Plakate. Problem nur: Die Shorts, kurzen Röcke, T-Shirts, Tops und Bikins bleiben in den Regalen liegen. Oder werden zumindest schlechter verkauft, als in den Sommermonaten anderer Jahre. Grund für diese Tendenz ist das regnerische, kühle Juli-Wetter, das nur selten von heissen Sommertagen abgelöst wird.

Steigen denn mal die Temperaturen in Richtung 30 Grad - wie das in den letzten Tagen der Fall war -, gehen auch mehr Sale-Produkte weg, bestätigt Johannes Ott, stellvertretender Geschäftsführer im Globus. Mitte Juni hat bei ihm der Ausverkauf begonnen: «Am Anfang blieben die Sommerwaren hängen. Jetzt läuft es gut.» Seine interessante Beobachtung: «Die Männer kaufen jetzt Badehosen, weil sie erst jetzt Badehosen brauchen. Die Frauen besorgen sich ihre Kleider auf Vorrat, weil sie das Risiko nicht eingehen wollen, dass es ihr Lieblingsstück später nicht mehr gibt.» Im Globus wurden also bereits Wintermäntel mit Geissenfell-Kragen verkauft, fügt er lachend an.

Auch die Sommermode im Tally Weijl läuft wegen des schlechten Wetters nicht so gut. In den letzten Wochen sind eher lange Hosen über den Tresen gegangen, führt Dino Kuckovic aus. «Bikinis wurden keine gekauft.» In den letzten Tagen hat sich das Kaufverhalten aber auch am Marktplatz verändert. Jetzt würden die T-Shirts gekauft, «vor allem die, mit dem rosaroten Tally-Weijl-Hasen drauf.»

Das Kleidergeschäft, das mit seiner Mode in erster Linie Jugendliche anzieht, hat sich zudem mit stärkeren Reduzierungen zu helfen gewusst. Zu diesem Mittel griff auch das Unternehmen Vero Moda, das in der Stadt mit je einer Filiale in der Steinen und einer im St. Jakob-Park vertreten ist. «Unser Ausverkauf lief sehr gut. Aber nur, weil wir unsere Ware zu sehr tiefen Preisen angeboten haben», gibt Yvonne Müller vom Einkauf zu. Die ganze Saison sei nicht so gut gelaufen wie gewünscht. Bei Vero Moda ist die Ausverkauf-Periode bereits vorbei - sie würde höchstens drei Wochen dauern.

Zu grosser Temperatursprung

Einzig das Basler Geschäft Tarzan am Spalenberg beklagt keine tiefere Verkaufsquote als sonst im Sommer. Der Grund ist einfach: Das Geschäft verkauft keine spezielle Sommermode. «Wir haben nur zwei ärmellose T-Shirt-Modelle für Frauen und für Männer gar keine», sagt Aline Gschwend.

Für Pro-Innerstadt-Geschäftsführer Mathias Böhm ist vor allem der Temperatursprung das grösste Problem, warum es dieses Jahr mit dem Ausverkauf nicht so gut funktioniert. «Wenn es regnet, geht niemand gerne in die Stadt, und wenn am nächsten Tag gleich 33 Grad ist, würde ich auch lieber ins Wasser springen.» Zudem würde es in den Sommerferien nie optimal laufen, weil viele Leute nicht da sind. «Grundsätzlich läuft aber der Ausverkauf immer gut, weil die Basler ja darauf warten.»

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