Eigentlich wollte Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) über verschiedene Themen wie etwa den neuen Gundeliposten der Kantonspolizei und die Parkkarten informieren. Aber die erste der wieder quartalsweise stattfindenden, regelmässigen Polizei-Medienkonferenzen stand im Zeichen der Demonstrationen der letzten Woche. Jener gegen die Favela-Installation an der «Art Basel» und jene gegen den Polizeieinsatz an der Favela-Demo.

Verurteilung durch Regierung

Dürr verurteilte namens der gesamten Regierung die Angriffe auf Polizisten und auf einen BVB-Angestellten. Die Übergriffe auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei, aber auch anderer kantonaler Stellen seien inakzeptabel, und er wisse, dass die grössten Teile der Bevölkerung gleicher Ansicht seien. Die Basler Regierung verurteile «mit grosser Abscheu» die Vorfälle vom Freitagabend, als Vermummte vier Staatsangestellte verletzten.Alle Verletzten sind mittlerweile wieder aus dem Spital entlassen worden.

Dürr bezog sich auf die Ereignisse nach einer unbewilligten Demonstration. Unbekannte griffen dabei gezielt die Zivilpolizei an und verletzten eine Polizistin dabei. Dürr kündigte an, dass die Suche nach den Gewalttätern hohe Priorität geniesse. Das Thema wird auch den Grossen Rat beschäftigen. Die Präsidentin der Justiz-und Sicherheitskommission, Tanja Soland (SP), hat eine Anfrage angekündigt und den Antrag, diese für dringlich zu erklären. Dürr erklärte, er werde sich der Debatte stellen.

Die Fronten stehen bereits fest: Die Bürgerlichen stellen sich hinter die Polizei und gegen die Demonstranten, während SP und Basta noch versuchen einen Weg zu finden, sich für die Anliegen der Demonstranten starkzumachen, die Polizei zu kritisieren - und gleichzeitig Gewaltakte gegen Polizisten nicht gutzuheissen.

Einbrecher kommen mittags

Nach der Diskussion über die Demonstrationen und Gewaltakte der letzten Woche konnte Dürr dann auch das Thema anschneiden, das eigentlich einen der Hauptpunkte der Medienkonferenz hätte bilden sollen: die Einbrüche, die in den letzten Monaten in Basel zunehmen. Dazu hat die Kantonspolizei unter anderem auch eine Statistik ausgearbeitet, die der üblichen Theorie, Einbrüche fänden vor allem in der Dämmerung statt, widerspricht.

In Basel wird vor allem zwischen 10 und 13 Uhr eingebrochen. Am liebsten nehmen die Täter dabei die Türen und nicht die Fenster als Weg ins Haus: Die meisten Einbrecher dringen durch ungenügend gesicherte Eingangs- und Hintertüren ein. Gemäss den Fachleuten der Präventionsabteilung ist das beliebteste Einbruchswerkzeug nach wie vor das simpelste: Bei 90 Prozent der Einbrüche sei ein Schraubenzieher das Tatwerkzeug. Die Polizei will in den kommenden Wochen die Bevölkerung an Standaktionen über den Schutz vor Einbrüchen informieren.