Keine Verlegung der Buslinien, kein Velo-Gegenverkehr auf der Dornacher- und der Gundeldingerstrasse – im Gundeldinger-Quartier bleibt alles beim alten. Der laute Widerstand der Bevölkerung gegen das Verkehrskonzept hat sich gelohnt: Der Regierungsrat sistiere «aufgrund unüberwindbarer Differenzen innerhalb des Gundeldingerquartiers» die Arbeiten am neuen Konzept schreibt die Regierung.

So bleibt im Gundeli die Verkehrsführung wie sie ist. Der Bus wird nicht umgeleitet, sondern fährt weiterhin in der einen Richtung auf der Gundeldingerstrasse und der anderen auf der Dornacherstrasse. Die Velofahrer können auf beiden Strassen im Einbahnregime weiterhin die Busstreifen befahren. Punktuell soll allenfalls die Situation für die Fussgänger verbessert werden. Darüber hinaus wird das Bau- und Verkehrsdepartement unabhängig davon die Vorarbeiten zur Einführung der Tempo-30-Zonen weiterführen, wie sie der Grosse Rat beschlossen hat. Es betrifft dies die Güter-, Bruderholz-und die Solothurnerstrasse, den unteren Batterieweg, die Dornacher- und die Gundeldingerstrasse.

Beatrice Isler, Präsidentin des Neutralen Quartiervereins Gundeldingen und Grossrätin (CVP), ist zufrieden: «Es ist gut, dass die Regierung nicht etwas gegen den Widerstand der Bevölkerung durchdrückt und dass sie den Mut hat, eine Übung abzubrechen, wenn die Ideen nicht ankommen.» Der Widerstand im Quartier gegen die Idee, den Bus über den Tellplatz umzuleiten, sei massiv gewesen. Das neue Verkehrskonzept ist mit dem Rückzieher der Regierung jetzt zwar vom Tisch, die Verkehrsberuhigung bleibt im Gundeli jedoch ein Thema. Doch: «Den Fünfer und das Weggli gibt es nicht», meint Florian Mathys, Projektleiter im Amt für Mobilität. «Wenn wir den Bus nicht verlegen können, lassen sich alle anderen Veränderungen auch nicht umsetzen.» Mathys versteht, dass die Regierung angesichts des Widerstands im Quartier einen Rückzieher macht, er hätte sein Projekt aber gerne vor dem Grossen Rat vertreten. «Die Mitwirkung der Bevölkerung hat bei so komplizierten Planungen ihre Grenzen», meint Mathys. Viele Leute unterschätzten die Komplexität von Verkehrsplanungen. Im Zweifel seien die Leute jeweils für das Bewährte.

Kleine Verbesserungen soll es trotz der Kehrtwende der Regierung in Sachen Verkehrskonzept schon bald geben im Gundeli: Laut Beatrice Isler ist auf der Güterstrasse vor dem Südpark ein zusätzlicher Fussgängerstreifen geplant. Immerhin.