«Die Regierung hat zum ersten Mal öffentlich und offiziell gesagt, dass die Fasnacht für Basel wichtig ist», freut sich Grossrat André Auderset (LDP). Und meint damit die Antwort der Regierung auf seinen Vorstoss, die Basler Exekutive solle der Basler Fasnacht zu einem Platz auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes verhelfen. Denn dieser Prozess sei etwas eingeschlafen, meint Auderset. «Die Regierung hat zwar den Antrag unterstützt, doch dann nur wenig gemacht.»

Doch der Weg auf die Liste, auf der bereits mehrere Fasnachten aus neun Ländern figurieren, ist lang und kompliziert.

Der Weg der Instanzen

Aus der ursprünglichen Liste mit Schweizer Vorschlägen bastelt zurzeit eine Kommission eine sogenannte Shortlist. Diese wird der Bundesrat genehmigen und dann der Unesco, der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, weitergeben. «Auf diese Shortlist kommen jene Bräuche, deren Heimatkantone am meisten Lärm machen», diagnostiziert Auderset. «Und darin ist Basel erfahrungsgemäss nicht so gut.»

Deshalb wollte er mit einem politischen Vorstoss Dampf machen, nachdem sich der Erfolg auf anderen, weniger offiziellen Wegen nicht einstellen wollte. Und nun gibt sich die Regierung in ihrer Antwort auf Audersets Anliegen motiviert: «Der Regierungsrat ist überzeugt davon, dass die Basler Fasnacht in jeder Hinsicht das Potenzial besitzt, als ‹Weltkulturgut› auf die UnescoListe gesetzt zu werden», schreibt die Regierung. Und, dass man sich «reale Chancen» ausrechne, dass der Bundesrat das ebenso sehe.

Abteilung Kultur im Einsatz

Der Regierungsrat kündigt an, das Präsidialdepartement und insbesondere dessen Abteilung Kultur würden nun in Bern «in geeigneter Form» vorstellig werden und für die Fasnacht lobbyieren. Auderset stimmt auch eine Sitzung froh, die er mit dem Leiter der Abteilung Kultur, Philippe Bischof, dem Obmann des Fasnachts-Comités, Christoph Bürgin, und Comité-Mitglied Pia Inderbitzin hatte: «Bischof zeigte sich begeistert von der Fasnacht und der Idee, sie auf die Liste zu bringen.»

Die Unesco-Liste der immateriellen Kulturgüter ist das Pendant zum bekannten Weltkulturerbe, das Bauten und Landschaften umfasst. Hier finden sich Dinge wie das japanische Kabuki-Theater, die chinesische Peking-Oper, der andalusische Flamenco und andere Brauchtümer, Kunstformen oder auch spezielle, traditionelle Arten des Handwerks. Und, wenn es nach dem Willen der Regierung und der Fasnächtler geht, eben auch bald «Die drey scheenste Dääg».

Damit würde sie höchsten internationalen Schutz geniessen und natürlich auch an Bekanntheit noch weiter dazugewinnen.