«Solange die Politik nicht klare Zeichen für einen Fortschritt setzt, ist es wichtig, den Druck aufrechtzuerhalten», findet der Basler SP-Grossrat Beda Baumgartner.

Inspiriert von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg waren kurz vor Weihnachten alleine in Basel rund 1500 Schweizer Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gegangen. Auslöser für den Klimastreik war die Ablehnung des CO2-Gesetzes im Nationalrat.

21. Dezember 2018: Hunderte Schüler demonstrierten in der Innenstadt.

Hunderte Schüler demonstrierten in der Innenstadt.

Sympathie alleine reicht nicht

Das Problem: Die Jugendlichen haben dafür die Schule geschwänzt. Denn in beiden Basel wollten die Behörden auch angesichts des hehren Ziels, die Erwachsenen auf ihren verantwortungslosen Lebensstil hinzuweisen, kein Auge zudrücken. Das Anliegen sei zwar sympathisch, hatte etwa Simon Thiriet vom Basler Erziehungsdepartement erklärt. Dennoch: Absenzen, die mit dem Streikanliegen begründet sind, werden an Schulen in den beiden Basel mehrheitlich als unentschuldigtes Fernbleiben taxiert.

Die Sozialdemokraten wollen dies nun ändern. Mit koordinierten Vorstössen im Basler Grossen Rat sowie im Baselbieter Landrat wollen sie die Regierungen dazu bringen, Hand zu bieten: Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben, ohne Nachteile an Protestveranstaltungen oder Streiks teilnehmen zu können. «Ansonsten habe ich Mühe damit, die Sympathie des Erziehungsdepartements ernst zu nehmen», kommentiert Baumgartner. Er sei sich sicher, dass es hier kreative Möglichkeiten gebe.

Das sieht sein SP-Landratskollege Jan Kirchmayr genauso: «In der Schule lernen die Jugendlichen über die verheerenden Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig wird ihnen beigebracht, sich politisch zu engagieren», sagt er. «Dann sollten die Schulen ihnen aber auch keine Steine in die Wege legen.» Da wünsche er sich auch von der Baselbieter Bildungsdirektion Augenmass. «Sie sollte hier mit gutem Vorbild vorangehen», findet Kirchmayr.

Bereits nächster Streik geplant

Das Thema bleibt für die Schulen in beiden Basel aktuell. Denn bereits für den 18. Januar ist der nächste Schulstreik vorgesehen, wie das «Regionaljournal» von Radio SRF berichtet. Dieser sei im Wissen geplant, dass das Basler Erziehungsdepartement Schwänzen vorderhand nicht toleriert.

«Wir haben selbstverständlich Verständnis für die Schulleitungen und suchen den Dialog, damit man gemeinsam Lösungen finden kann», wird ein Mitorganisator zitiert. «Das Anliegen liegt uns aber so am Herzen, dass wir allfällige Folgen in Kauf nehmen.» Die Organisatoren seien aber in ständigem Kontakt mit den Schulleitungen.