Erziehungsdirektor Christoph Eymann hat an der Abgeordnetenversammlung (AV) des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV), die in Basel stattfand, den Stadtbasler Schwingern versprochen, sich «noch in seiner Amtszeit» für einen neuen Schwingkeller am Rheinknie einzusetzen. Der alte wird «demnächst» von der Kantonspolizei benötigt.

Nach dieser Aussage an der AV habe Christoph Eymann viel Applaus erhalten, sagt der Ehrenpräsident des Basler Kantonalverbandes (SVBS), Heinrich Liechti, der seit 12 Jahren versucht, ein neues Trainingslokal für seinen Verband zu erhalten. «Bis heute leider ohne Erfolg», bedauert Liechti. «Allerdings», so Liechti: «Es tut sich nun wirklich etwas. Die Behörden haben einen konkreten Ort im Visier und es wird zurzeit eine Machbarkeitsstudie durch einen Architekten erstellt.»

Das ED hilft bei der Suche

Dies bestätigt indirekt auch der Leiter Kommunikation im Erziehungsdepartement (ED), Simon Thiriet. «Das ED kennt den Wunsch der Schwinger nach einem Ersatzstandort und unterstützt die Suche nach einem neuen Keller gern. Ganz einfach ist die Suche allerdings nicht, zumal wir dem Schwingerverband einen Standort vorschlagen möchten, der in Bezug auf die Infrastruktur den heutigen Anforderungen entspricht».

Wo sich dieser mögliche Standort befindet, sagt Thiriet nicht. «Bisher haben sich noch keine Möglichkeiten gezeigt, die ausgereift genug wären, sie zu kommunizieren». Auch Liechti hält sich bedeckt. «Weil einfach noch nicht klar feststeht, wo wir unseren Schwingkeller haben werden. Sagen kann ich nur, dass sich dieser nach heutigem Stand an einem idealen Ort im Kleinbasel befinden wird.»

Seit über 40 Jahren bei der Kapo

Den heutigen Schwingkeller im zweiten Untergeschoss an der General-Guisan-Strasse 29, in welchem seit 1971 ohne Tageslicht geschwungen wird und wo sich das Ausbildungszentrum der Kantonspolizei (Kapo) befindet, muss der SVBS infolge Eigenbedarf durch die Kapo wohl früher verlassen, als ihm lieb ist. «Ja, die Kantonspolizei hätte Verwendung für die Räumlichkeit», kommentiert Martin Schütz, der stellvertretende Leiter Kommunikation und Mediensprecher im Justiz- und Sicherheitsdepartement.

Der genaue Zeitpunkt für diesen Auszug steht allerdings noch nicht fest. Fixiert ist «nur», dass das Ausbildungszentrum der Kapo ab Mitte Jahr umgebaut werden wird. «Dann können wir die Schwinghalle nicht mehr über den jetzigen Zugang erreichen. Wir müssen dann quasi von hinten hinuntersteigen», beschreibt Liechti die Situation, die auf die Aktiven des Verbands zukommt. Zur Erstellung des neuen Schwingkellers muss der Schwingerverband erheblich Geld in die Hand nehmen. «Wir müssen mithelfen», ist sich Liechti bewusst.

Die öffentliche Hand engagiert sich auf andere Weise. «Der Kanton kann in dieser Sache Räumlichkeiten zur Miete zur Verfügung stellen. Der Auftrag von Immobilien Basel-Stadt beschränkt sich darauf, für Aufgaben im kantonalen Interesse den nötigen Raum zu beschaffen. Eine Investition in die Schwing-Infrastruktur gehört nicht zu diesen Aufgaben», hält Thiriet fest. Dies sei nach Auffassung des ED Sache des Verbandes, welcher seinerseits Antrag beim Swisslos Sportfonds stellen könne.