Das neue Fördermodell für Museen und Sammlungen des Bundes erinnert die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz «mehr an eine Giesskanne, denn an eine gezielte, qualitative Förderung, die eigentlich erwartet worden ist». So würden nun auch Museen unterstützt, die kantonal bereits bestens alimentiert seien.

Im Gegensatz dazu hatten Ende Juli gleich drei Basler Häuser dicke Post erhalten: Künftig erhalten das Architekturmuseum und das Sportmuseum keine Bundesgelder mehr. Ihre Existenz ist bedroht. Auch das Haus der elektronischen Künste (HEK) muss einen Rückschlag hinnehmen. Es verbleibt zwar auf der Liste der subventionierten Museen, der jährliche Beitrag wird aber bis 2020 von 420'000 auf 250'000 Franken zusammengestrichen.

Nun soll sich auch der Bundesrat vor dem Parlament erklären. Angeführt von Anita Fetz wollen mehrere Ständeräte wissen, der Bund bei seinem neuen Fördermodell beispielsweise keine Kategorien nach Sparte, Grösse und Gesamtetat gebildet habe, «um zu verhindern, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden». Auch weisen die Parlamentarier darauf hin, dass kleinere Häuser mit der neuen Berechnungsart die höchste Förderstufe gar nicht erreichen können.

Für die Ständeräte stellt sich die Frage, ob die Beiträge nicht klaren inhaltlichen Prioritäten folgen müssten, «um einzigartige Häuser wie das Alpine Museum oder das Haus der elektronischen Künste zu erhalten und zu stärken, statt zu schwächen». Gleichzeitig regen die Parlamentarier an, die Überbrückungsbeiträge für besonders betroffene Häuser aufzustocken und so die Einbussen abzufedern. Auch soll der Bundesrat den neuen Berechnungsmodus bereits wieder überprüfen und allenfalls anpassen.

Auch Basler Museumsdirektoren fühlen sich vom Bund benachteiligt. So seien Ausstrahlung und Qualität ihrer Häuser einzig anhand von Besuchern oder Online-Nutzern bewertet worden. «Hier stellt sich für uns die Frage der direkten Vergleichbarkeit so unterschiedlicher Häuser wie etwa dem HEK, dem Freilichtmuseum Ballenberg oder dem Luzerner Verkehrshaus – hinsichtlich Grösse und inhaltlicher Ausrichtung», hatte HEK-Direktorin Sabine Himmelsbach gegenüber der bz kritisiert.

Betroffene wittern «Geschmäckle»

Auch beim Sportmuseum sieht man kleinere Häuser bei der Bewertung von Ressourcen wie Budget und Personalbestand benachteiligt. So sei das Sportmuseum direkt mit dem Verkehrshaus als besucherstärkster Institution mit 128 Vollzeitstellen und einem Etat von über 20 Millionen Franken verglichen worden. In solch einem Direktvergleich hätten die betroffenen Basler Häuser schlicht keine Chance. Thematische Kriterien aber seien in dem Verfahren des Bundes bewusst nicht vorgesehen.

Das Bundesamt für Kultur (BAK) dagegen hat gegenüber den Museen stets darauf beharrt, einen objektiven Kriterienkatalog erstellt zu haben. «Dass sich die Zahlen so unterschiedlicher Häuser nicht einfach miteinander vergleichen lassen, stiess auf taube Ohren», kritisieren Museumsverantwortliche, die sich nicht namentlich zitieren lassen wollen. Dass Institutionen mit kleinem Budget benachteiligt werden, sei vom Bund bewusst in Kauf genommen worden.

Bei einzelnen Betroffenen ist der Verdacht aufgekommen, dass nur so aus vermutlich föderalistischen Gründen auch welsche Museen hätten berücksichtigt werden können. So habe es ein «Geschmäckle», wenn plötzlich zwei kleine Porzellan-Glasmuseen aus der Romandie auf der Förderliste erscheinen. Das BAK hat solche Vorwürfe stets bestritten.